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21 April 2017 | 08:51

Fernwärme: Mit 60 Tonnen durch den Untergrund

Der Bohrkopf wird von vier Motoren angetrieben. Damit erreicht das Gerät eine Vortriebsgeschwindigkeit von sechs bis zehn Metern am Tag., Bild: WSW
Bild: WSW
Der Bohrkopf wird von vier Motoren angetrieben. Damit erreicht das Gerät eine Vortriebsgeschwindigkeit von sechs bis zehn Metern am Tag.
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Projektleiter Gerhard Daun (WSW) und AWG-Geschäftsführer Martin Bickenbach drückten gemeinsam auf den Startknopf für den Beginn des Vortriebs., Bild: WSW
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Projektleiter Gerhard Daun (WSW) und AWG-Geschäftsführer Martin Bickenbach drückten gemeinsam auf den Startknopf für den Beginn des Vortriebs.
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Das 6,80 Meter lange Bohrgerät wird einen Tunnel für die Fernwärmeleitung unter der L418 graben., Bild: WSW
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Das 6,80 Meter lange Bohrgerät wird einen Tunnel für die Fernwärmeleitung unter der L418 graben.
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Wuppertal: Die sieben Meter lange Maschine der WSW wird einen 60-Meter-Tunnel zum Fernwärmenetz bohren. Der Versorger liefert beeindruckende Bilder.

Am gestrigen Donnerstag ging es weiter: Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) haben den Bau der Fernwärmetrasse Süd-West fortgesetzt. Dazu muss die L 418 vor dem AWG-Müllheizkraftwerk unterquert werden. Dieser unterirdische Vortrieb soll als Anbindung des Müllheizkraftwerks an das Fernwärmenetz im Tal dienen.

Das 6,80 Meter lange und 60 Tonnen schwere Bohrgerät musste erst einmal mit einem 550-Tonnen-Kran an Ort und Stelle gehievt werden. Der Bohrkopf hat einen Außendurchmesser von 2,40 Metern, die Bohrgeschwindigkeit liegt bei sechs bis zehn Metern am Tag. Für die 60 Meter lange Strecke rechnen die Wuppertaler für voraussichtlich eine Woche. Am 27. April will man dann den Durchbruch in der Zielgrube geschafft haben.


Drei Vorteile durch die Anbindung ans Müllheizkraftwerk

Ob sich der Zeitplan auch so einhalten lasse, hänge aber wesentlich von der Bodenbeschaffenheit ab, betonen die WSW. Gestein und Fels könnten die Arbeiten noch verzögern. Ziel ist es, mit der Wärmelieferung aus dem Müllheizkraftwerk das mit Steinkohle befeuerte Heizkraftwerk der WSW in Elberfeld stillzulegen. Die Fernwärme-Trasse, die sich derzeit im Bau befindet, wird voraussichtlich zur Heizperiode 2018/19 in Betrieb genommen.

Insgesamt könne man mit der Fernwärmelieferung aus der Müllverbrennung künftig 450 000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Das entspricht etwa 60 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes des Wuppertaler Straßenverkehrs. Der Anteil der Erneuerbaren im Fernwärmenetz der WSW steigt damit auf 40 Prozent. Und einen weiteren positiven Effekt gibt es: Die Wärmebelastung der Wupper reduziere sich, da kein Kühlwasser für das Elberfelder Kraftwerk mehr aus dem Fluss entnommen und zurückgeleitet werden müsse, so die WSW. (sg)

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Zahl des monats

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Prozent betrug der Rückgang des Steinkohleeinsatzes in Kraftwerken im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr. Laut der AG Energiebilanzen wurden dagegen drei Prozent mehr Braunkohle verwendet.