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03 November 2017 | 10:30

Massive Investitionen in die Wärmewende

Die Neubrandenburger Stadtwerke wollen die Wärmewende proaktiv gestalten. Der Aufsichtsrat hat die Investitionspläne freigegeben, die insgesamt 20 Mio. Euro umfassen.

Ein wichtiges Element der umgestalteten Fernwärme-Versorgung soll das Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk (GuD-HKW) werden. Es ist seit 1997 in Betrieb und liefert Strom und Wärme für die Stadt. Da die Gasturbine 2 des GuD-HKW kurz vor dem Ende ihres Lebenszyklus steht, wird sie im kommenden Jahr durch eine Gasturbine der neuesten Generation ersetzt, die im April 2018 in Betrieb genommen wird. Ziel der Maßnahme ist es, insbesondere in den Sommermonaten die Fahrweise des HKW weiter zu optimieren, um noch stärker auf die Anforderungen des Strommarktes reagieren zu können und dabei gleichzeitig sehr effizient Wärme zu erzeugen.

Ein weiterer Meilenstein in der Planung der Neubrandenburger Stadtwerke ist der Bau und Inbetriebnahme (2020) eines Kurzzeit-Wärmespeichers als zentrales Element der Wärmewende zur Speicherung überschüssiger Wärme beispielsweise aus dem GuD-HKW oder aus erneuerbaren Energien (Solarthermie, Geothermie). Darin wird den Wärmebedarf der Stadt im Sommer für etwa zwei Tage gespeichert werden können. Die Anlage kann um eine Heizpatrone erweitert werden, welche dann Strom in Wärme umwandeln kann (Power-To-Heat-Technologie).

Die Modernisierung des Heizkraftwerkes und Errichtung des Kurzzeit-Wärmespeichers haben zum Ziel, die Fahrweise der Erzeugungsanlagen soweit zu optimieren, dass in den Sommermonaten keine überschüssige Wärme produziert wird und somit die Wirtschaftlichkeit des Fernwärmesystems dauerhaft weiter steigt. Daher wird der Aquiferspeicher, welcher aktuell überschüssige Wärme im Sommer speichert, ab 2021 zurückgebaut. Die Bohrungen sollen für die Errichtung einer Geothermieanlage genutzt werden. Das circa 55 °C warme Tiefenwasser wird dann über Wärmepumpen für das zentrale Fernwärmenetz nutzbar gemacht.

Die Neubrandenburger Stadtwerke haben 2017 Flächen in unmittelbarer Nähe des bestehenden Heizkraftwerks gekauft, welche mittelfristig als Standort für eine eigene Solarthermieanlage dienen sollen. Insbesondere im Sommer soll diese zur kraftwerksunabhängigen Versorgung mit Fernwärme beitragen. Der Kurzzeit-Wärmespeicher, das optimierte Teillastverhalten des Heizkraftwerkes und die Möglichkeit, weitere erneuerbare Energieprojekte – auch von regionalen Partnern, wie der Wohnungswirtschaft – einbinden zu können, bilden dann den Kern einer grünen und nachhaltigen Versorgung der Stadt mit Wärme. Die Abhängigkeit vom Erdgas wird dadurch schon mittelfristig verringert und die Preisstabilität für die Kunden gesichert, fassen die Stadtwerke zusammen. (ad)

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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.