BSR: Pimp my Müllfahrzeug

Das elektrische Müllfahrzeug der BSR
Bild: © Adrian Gun

Die elektrische Kleinkehrmaschine der BSR
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Das elektrische Kehrichtsammelfahrzeug, welches im Winter auch als Schneeschieber umfunktioniert wird
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Die Berliner Stadtreinigung (BSR) modernisiert ihren Fuhrpark: Neben Dieselfahrzeugen der Euro-Norm 5, die nachgerüstet werden, spielt auch die E-Mobilität eine immer größer werdende Rolle. Erste Erfahrungen wurden bereits gemacht.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird 73 Abfallsammelfahrzeuge mit Euro 5 Dieselmotor mit Systemen zur Stickoxidminderung nachrüsten. Dadurch sollen die Stickoxide um mehr als 90 Prozent gemindert werden, verkündete BSR-Fuhrparkchef Wolfgang Wüllhorst beim Treffen des Arbeitskreises "Mobilität kommunaler Unternehmen" des VKU.

Das Bundesverkehrsministerium fördert diese Nachrüstung mit 80 Prozent der Kosten bis maximal 14.400 Euro netto pro Fahrzeug. BSR-interne Tests zeigen, dass das System wirkt. Die EU-weite Ausschreibung ist vorbereitet und erfolgt nach Bewilligung des Förderantrags. In der zweiten Jahreshälfte soll der Prozess inklusive des Einbaus bereits abgeschlossen sein.

Umstellung auf E-Mobilität

Auch den Einsatz von elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen verfolgt das Unternehmen. "Bis 2025 sollen 20 Prozent des BSR-Fuhrparks alternative Antriebe besitzen", erläuterte Wüllhorst. Aber: Die größte Schwierigkeit, neben der Beschaffung der Fahrzeuge, sei die E-Ladeinfrastruktur aufzubauen, skizzierte er zusätzliche künftige Herausforderungen.

Seit drei Monaten testet die BSR ein vollelektrisches Abfallsammelfahrzeug . Dieses ist wesentlich leiser als die dieselbetriebenen Artgenossen. Es schafft in der Fahrpraxis rund 100 Kilometer am Tag und halte damit "gut durch", ist ein erstes Zwischenfazit.

Das elektrische Trio

Das vollelektrische Kehrichtsammelfahrzeug schafft je nach Fahrweise 100 bis 150 Kilometer täglich. Es ist mit einem extra Bioethanolheizung sowie Klimaanlage ausgestattet worden. Ende Februar sollen acht Stück im Fuhrpark der BSR stehen.

Die vollelektrische Kleinkehrmaschine wiederum hat 54 kW-Kapazität und kann damit einen ganzen Tag (Zweischichtbetrieb) durchhalten. Besonders ist hierbei, dass sie über einen KraftstromStecker (CEE) geladen wird, wodurch sie innerhalb von 2,5 Stunden von Null auf 100 Prozent geladen werden kann. Sie ist zudem baugleich mit dem Dieselmodell. (gun)