Eine kommunal geprägte Alternative in Frankreich

Ein Gemeinschaftsunternehmen mit MVV Umwelt will französischen Kommunen den Betrieb ihrer thermischen Verwertungsanlagen anbieten.

Auf der Umwelttechnologie-Messe Ifat in München gaben die Abfallverwertungsunternehmen Semardel aus Frankreich und die deutsche MVV Umwelt die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens SEVE Energie bekannt. Gemeinsam planen die kommunal geprägten Unternehmen, an Ausschreibungsverfahren zur Betriebsführung von thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Frankreich teilzunehmen.

Die Novelle der europäischen Abfallrichtlinie gibt das Ziel vor, die Menge deponierter Abfälle auf 50 % zu senken. Dies habe einen höheren Anteil von Wiederverwertung und thermischer Verwertung zur Folge. Hinzu kommt, dass Deutschland nach Ansicht beider Unternehmen im Bereich der Abfallbehandlung häufig als Vorbild gilt, während die meisten Anlagen französischer Kommunen 20 bis 30 Jahre und älter sind.

Allein in den kommenden Jahren werden 50 kommunale Gebietskörperschaften in Frankreich die Verträge für die Betriebsführung ihrer thermischen Abfallbehandlungsanlagen erneuern. Es geht um ungefähr 6 Mio. t Abfall pro Jahr. Dabei will das Gemeinschaftsunternehmen SEVE den französischen Kommunen eine Alternative zu privaten Anlagenbetreibern bieten. SEVE ist eine Gesellschaft französischen Rechts und jeweils zu 50 % im Besitz von Semardel und MVV Umwelt. (msz)