Das Projekt einer Phosphor-Rückgewinnung kann beginnen (v.l.): Hanno Hurth (Emmendingens Landrat und stellvertretender Vorsitzender des ZAK), Franz Untersteller (Umwelt- und Energieminister Baden-Württtembergs), Frank Scherer (Landrat des Ortenaukreises) und Georg Gibis (ZAK-Geschäftsführer). Bild: © LRA

Baden-Württemberg: 7,5 Mio. Euro für die Phosphor-Rückgewinnung

Bei der Sonderlösung werden die biogenen Bestandteile des Restabfalls stofflich verwertet. Bislang erfolgte nur eine energetische Verwertung.

Der Zweckverband Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK) hat einen Zuwendungsbescheid über 7,5 Mio. Euro erhalten. Damit unterstützt das Land Baden-Württemberg ein Projekt des Zweckverbandes zur Rückgewinnung von Phosphor aus Aschen, die durch die energetische Verwertung von Ersatzbrennstoffen entstehen.

Umweltminister Franz Untersteller (Bündnis 90/Die Grünen): "Phosphor ist eine lebenswichtige Ressource, die weltweit knapp wird. Mit dem Zuschuss leisten wir einen Beitrag zur Rohstoffsicherheit." Deutschland sei weitgehend vom Import abhängig, deshalb sei die Phosphorrückgewinnung so wichtig und wertvoll: "Mit der Sicherstellung einer stofflichen Verwertung der biogenen Bestandteile im Restabfall entspricht der ZAK den Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes."

Innovative Lösung für biogene Stoffe

Die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage des Zweckverbandes Abfallbehandlung Kahlenberg ist landesweit die einzige dieser Art. Dort werden die im Landkreis Emmendingen und im Ortenaukreis erfassten Rest- und Bioabfälle hochwertig zu Wasser, Mineralstoffen, Ersatzbrennstoffen, Biogas und Metallen verwertet. Allerdings werden die biogenen Abfallbestandteile derzeit ausschließlich energetisch genutzt, eine stoffliche Nutzung erfolgt bislang nicht. Die Gesamtkosten für die Umstellung belaufen sich auf knapp 30 Mio. Euro.

"Bioabfälle stellen einen wichtigen und besonderen Wertstoff voller Energie dar. Sie können im Gegensatz zu den meisten anderen Reststoffen sowohl energetisch als auch stofflich genutzt werden", betonte der Minister. "Aus diesem Grund habe ich mich in der Vergangenheit auch so nachdrücklich dafür eingesetzt, Bioabfälle überall im Land getrennt zu sammeln. Umso mehr freut es mich, dass wir nun mit dem ZAK eine innovative Lösung zur stofflichen Nutzung der biogenen Bestandteile des hier verwerteten Restabfalls gefunden haben." (sig)