In Jänschwalde, im Grenzgebiet zu Polen, betreibt die Lausitz AG ihr größtes Kraftwerk.
Bild: © Leag

Braunkohlekonzern Leag will Verwertungsanlage in Jänschwalde errichten

In der Anlage sollen aufbereitete, nicht-recycelbare Abfälle thermisch verwertet werden.

Der Braunkohlenkonzern Leag plant den Bau einer Energie- und Verwertungsanlage am Industriestandort Jänschwalde. 50 neue Arbeitsplätze sollen dort entstehen, wie das Unternehmen am Dienstag in Cottbus mitteilte. Für den Bau soll bis zum Jahr 2021 das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein. Drei Jahre später könnte die Müllverbrennungsanlage dann gebaut werden.

In der Anlage sollen aufbereitete, nicht-recycelbare Abfälle thermisch verwertet werden, so die Lausitz Energie Verwaltungs GmbH (Leag). Die dabei anfallende Wärmeenergie wäre nach Angaben der Leag für Fernwärme, Prozessdampf und zur Stromerzeugung nutzbar.

Grüne sehen das Projekt kritisch

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium begrüßte das Projekt. Alles was die Region Lausitz mit Blick auf den Strukturwandel voranbringe, sei gut, sagte eine Sprecherin. Die Grünen im Landtag sehen das Projekt hingegen kritisch. Sie bezweifeln, dass eine Müllverbrennungsanlage reicht. Ein Sprecher sagte dazu, im Kraftwerk würden jährlich ca. 2,5 Millionen Abfälle aus zehn Bundesländern verbrannt. Mit dem absehbaren Ende des Kohlekraftwerks Jänschwalde entfalle dort die bisherige Müllmitverbrennung. Die Frage sei, wie dann die Abfallverbrennung geregelt werde und welche Schadstoffbelastungen auf die Anwohner der umliegenden Dörfer zukämen. Die Grünen wollen dazu eine Parlamentarische Anfrage auf den Weg bringen.

In Jänschwalde, im Grenzgebiet zu Polen, betreibt die Lausitz AG ihr größtes Kraftwerk. Im vergangenen Jahr ging einer der sechs Blöcke dauerhaft vom Netz. Es ist das erste Mal, dass das Lausitzer Revier von der Regelung im Energiewirtschaftsgesetz betroffen ist. (dpa/hil)