Die Abfallwirtschaft hat als erster Wirtschaftssektor eine CO2-Minderungsstrategie vorgelegt.
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Deponiebetreiber als CO2-Sparfüchse

Die deutschen Deponiebetreiber wollen schrittweise eine Mio. Tonnen CO2-Äquivalente einsparen. Damit hat die Abfallwirtschaft als erster Sektor eine konkrete Minderungsstrategie im Visier.

Die Klimaschutzziele der Bundesregierung für 2030 sind ambitioniert – auch im Bereich der Abfallwirtschaft. Dort sollen fünf Mio. Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Einen Schritt in diese Richtung hat nun der Interessensverband Deutscher Deponiebetreiber unternommen. Er hat eine Selbstverpflichtung abgegeben, wonach die Emissionen schrittweise um eine Mio. Tonnen gemindert werden sollen.

Dadurch könnte das für die Abfallwirtschaft vorgesehene Klimaziel sogar unterschritten werden. Mit der zusätzlich angestrebten Einsparung könnten die CO2-Äquivalente auf 4,5 Mio. Tonnen gesenkt werden. 2016 lagen die Emissions-Äquivalente noch bei über zehn Mio. Tonnen.

Förderung für optimierte Gasfassung

Dabei zählt die deutsche Abfallwirtschaft schon heute zu den Vorbildern in Europa, wie der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium (BMU) Florian Pronold betont: "Die deutsche Abfallwirtschaft zeichnet sich schon jetzt im europäischen Vergleich durch sehr geringe Treibhausgasemissionen aus. Das liegt daran, dass wir in Deutschland schon seit langem Abfälle trennen und aufbereiten und unvorbehandelte Abfälle nicht deponiert werden dürfen. Heute machen wir einen weiteren wichtigen Schritt für den Klimaschutz in der Abfallwirtschaft. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung zeigen die deutschen Deponiebetreiber, dass sie die Herausforderung der Klimaschutzziele 2030 annehmen und erfolgreich umsetzen werden."

Sollte die Selbstverpflichtung nicht zum Erfolg führen, kann das Bundesumweltministerium ordnungsrechtliche Maßnahmen einleiten. Seit diesem Sommer fördert das BMU zudem Maßnahmen zu einer optimierten Gasfassung auf Deponien. So soll ein größerer Anteil der Deponiegase für die nachhaltige Energiegewinnung über BHKW genutzt werden können. 62 Mio. Euro stellt das Ministerium aus der Nationalen Klimaschutzinitiative hierfür bereit. (ls)