Die Stadt Hanau muss ihre Abfallgebühren erhöhen.
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Deutlich steigende Müllgebühren im Main-Kinzig-Kreis

Eine ungewöhnlich deutliche Erhöhung der Gebühren für die Kreismülldeponie zwingt die Stadt Hanau, die Entgelte für die kommunale Abfallentsorgung zu anzuheben.

Der Kreistag im hessischen Main-Kinzig-Kreis hat eine rückwirkende Erhöhung der Deponiegebühren um 25,4 Prozent zum 1. Januar 2018 beschlossen. In der entsprechenden Mitteilung hieß es, dass die Rücklagen aufgebraucht seien und daher dieser Gebührenanstieg unausweichlich sei. Zuvor hatte der zum Kreis gehörende Eigenbetrieb nach eigenen Angaben mehr als zehn Jahre lang seine Gebühr stabil gehalten.

Möglicherweise hätte eine frühere Anhebung der Deponiegebühren den deutlichen Preissprung, mit dem sich der Main-Kinzig-Kreis nun konfrontiert sieht, verhindern können. In den Jahren 2013 bis 2016 seien „Kostenunterdeckungen über alle Abfallarten in Höhe von mehr als 15 Mio. Euro im Kreis-Eigenbetrieb Abfallwirtschaft aufgelaufen“, berichtet Stadtrat Thomas Morlock.

Problem für die Stadt Hanau

Die Stadt Hanau muss ihre Abfallgebühren bereits zum 1. Oktober um 30,2 Prozent erhöhen. Im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis sei die Abfallentsorgung in Hanau aber „immer noch vergleichsweise preisgünstig“, so Stadtrat Morlock. Für einen Vier-Personen-Haushalt bedeute die Erhöhung eine jährliche Mehrbelastung durchschnittlich knapp 50 Euro, wenn wöchentlich rund 13 Liter Abfall zugrunde gelegt werden.

Wer in Hanau eine 80-Liter-Tonne 14-tägig leeren lässt, zahlt künftig im Jahr 142,44 und damit 33 Euro mehr als bisher. Bei der 120-Liter-Tonne mit 14-tägigen Leerung steigt die Gebühr von 164,04 auf 213,60 Euro, bei wöchentlicher Abfuhr von 328,08 auf 427,20 Euro. Für die nur wöchentlich leerbare 240-Liter-Restmülltonne sind statt 656,28 nun 854,40 Euro zu entrichten. Spannend bleibt die Frage, ob und wann und in welcher Höhe die anderen Gemeinden im Kreis den Anstieg der Deponiegebühren an die Haushalte weiterreichen. (sig)