Stoffe für die die Produktherstellung zwei Mal zu verwenden, schont die Umwelt und das Klima. Das bestätigte sich mal wieder in einer Fraunhofer-Studie.
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Recycling schlägt Primärproduktion

Wer auf wiederverwertbare Stoffe in der Produktion setzt, spart Ressourcen und damit auch Treibhausgase. Wie effektiv der Einsatz von Sekundärrohstoffen ist, zeigt jetzt eine Fraunhofer-Studie.

Wie viel hinter dem Motto „Aus Alt mach Neu“ steckt, zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits-, und Energietechnik (UMSICHT). Im Auftrag vom Umweltdienstleister Alba haben die Wissenschaftler untersucht, wie viel Masse an Ressourcen und Treibhausgasen durch die Wiederverwertung von Rohstoffen eingespart werden kann.

Bereits zum elften Mal untersucht UMSICHT die Recyclingaktivitäten der Entsorgungsgruppe. Im Fokus standen dieses Mal Kunststoffe, Metalle, Elektrogeräte, Papier und Karton, sowie Gals und Holz. Das Ergebnis: Durch den Einsatz von verwerteten Rohstoffen, so genannten Sekundärrohstoffen, kann in der Produktion neuer Materialen und Waren jede Menge gespart werden.

30 Tonnen weniger Primärrohstoffe macht vier Tonnen weniger CO2

Beispielsweise benötigt die Herstellung von einer Tonne Polypropylen – der weltweit am zweithäufigsten eingesetzte Kunststoff – rund 5,2 Tonnen Rohstoffe. Werden für die Produktion Sekundärrohstoffe genutzt, ergibt sich ein weitaus reduzierteres Bild: Aus rund 224 Kilogramm Primärrohstoffen kann eine Tonne Polypropylen geformt werden. Auch die Treibhausgase sinken von vormals 1,7 Tonnen auf 966 Kilogramm.

Allein das Recyclinggeschäft von Alba sparte im vergangenen Jahr über 30 Mio. Tonnen Primärrohstoffe ein. Das entspricht guten vier Tonnen an CO2-Emissionen. Um auf natürliche Weise ebenso viele Treibhausgase zu binden, wäre ein Mischwald von rund 410 000 Hektar Fläche nötig – das entspricht in etwa der Größe des Ruhrgebiets. (ls)