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Schulze: „Plastiktüte wird zum Auslaufmodell“

Der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland sinkt. Insgesamt nahm ihre Zahl im Jahr 2017 um mehr als ein Drittel ab. Eine freiwillige Vereinbarung zeigt Wirkung.

2,4 Milliarden Kunststofftragetaschen waren hierzulande um Jahre 2017 im Umlauf, das sind 1,3 Milliarden weniger als 2016 oder 35 Prozent. Das ergibt sich aus den neuen Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM). Doch es sind pro Person immerhin noch 29 neue Plastiktüten, 2016 lag diese Zahl aber bei 45.

Am 1. Juli 2016 trat eine freiwillige Vereinbarung über die Handhabe von Plastiktüten in Kraft. Den Handelsunternehmen ist es dabei freigestellt, ob sie die Vorgaben durch die Einführung eines Kaufpreises pro Tüte oder durch den völligen Verzicht auf Tragetaschen aus Kunststoff umsetzen. 360 Unternehmen mit 47 000 Filialen haben bislang die Vereinbarung unterschrieben.

Die Politik blickt schon weiter

Der Verbrauch von Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern, denen das Hauptaugenmerk der Europäischen Richtlinie gilt, sank im Jahr 2017 sogar auf 25 Stück pro Einwohner. Bis Ende des Jahres 2025 soll ihre Zahl auf höchstens 40 Stück pro Einwohner und Jahr sinken. Damit hat Deutschland bereits heute diese langfristige EU-Vorgabe um mehr als ein Drittel unterboten.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze blickt bereits weiter: „Wir haben damit eine Blaupause für andere unnötige Verpackungen und kurzlebige Kunststoffprodukte, die schnell im Müll oder manchmal direkt in der Umwelt landen.“ Ihr Ziel ist es, nur noch recycelbaren Kunststoff zum Einsatz zu bringen. (sig)