Spaltung innerhalb des Dualen Systems

Belland Vision wird von den anderen Systembetreibern als Blockierer dargestellt.

Bei den Dualen Systemen zur deutschen Verpackungsentsorgung hat sich auf Ebene der Systembetreiber die Situation zugespitzt: Acht der neun Betreiber (DSD, Eko-Punkt, Interseroh, Landbell, Reclay Vfw, RKD, Veolia und Zentek) hatten am 24. April zu einer gemeinsamen Lösung gefunden, die der zweitgrößte Betreiber, Belland Vision, ablehnt.

Ein neutraler Wirtschaftsprüfer arbeitete am 26. April einen weiteren Vorschlag aus, der jetzt von Belland Vision anerkannt wird, jedoch nicht von den anderen Systembetreibern. Belland Vision hat nun bis 30. April ein Frist gesetzt zum Clearing der Mengen für das zweite Quartal.

Da acht Systembetreiber eine Lösung gefunden haben, stellen sie Belland Vision nun als Blockierer dar. Die Geschäftsführung der Gemeinsamen Stelle wurde nun von den acht Systembetreibern beauftragt, zu prüfen, welche rechtlichen Durchführungsmöglichkeiten bei Verweigerung eines Systembetreibers bestehen.

Zudem haben die acht Systembetreiber Michael Wiener (DSD) und Markus Müller-Drexel (Interseroh) beauftragt, Gespräche mit Handel und Industrie zu führen, um das System zu stabilisieren.

Belland Vision kritisierte bereits seit drei Quartalsmeldungen die absurden Mengenmeldungen und das unberechtigte Zuschieben von Marktanteilen, die den Entsorger im zweistelligen Millionenbereich belastet. Einzig um die duale Entsorgung nicht zu gefährden, hatte sich Belland Vision im März bereit erklärt, letztmalig bis 30. April – also morgen – in Vorkasse zu gehen. (al)