Weihten mit der TREA 2 Gießens modernstes Kraftwerk ein (von links): Matthias Funk, technischer Vorstand der Stadtwerke Gießen (SWG), Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, Jens Schmidt, kaufmännischer Vorstand der SWG, Astrid Eibelshäuser, Aufsichtsratsvorsitzende der SWG,Regierungspräsident Christoph Ullrich, Olaf Berger, Vizepräsident der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), Fritz Richarts, emeritierter Professor der THM, Matthias Fink, Leiter Wärmeversorgung bei den SWG und Jens Hanig, verantwortlicher Projektleiter der SWG.
Bild: © Stadtwerke Gießen

SW Gießen revolutionieren Abfallverbrennung

Abfall zum Heizen und zur Stromerzeugung nutzen, ist nichts Neues. Die Gießener erreichen mit ihrer neuen Verbrennungsanlage allerdings Topwerte in der KWK.

Die Stadtwerke Gießen (SWG) haben bereits Erfahrung, was die Müllverbrennung in Kombination mit Strom- und Wärme-Erzeugung, angeht. Seit 2010 betreibt der Versorger bereits die thermische Reststoff- und Energieverwertungsanlagen (TREA). Nun hat „TREA II“ ihren Betrieb aufgenommen und überzeugt mit Flexiblität und noch mehr Wirtschaftlichkeit.

Zwei erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke bilden das Herzstück des neuen Kraftwerktyps. Sie sollen dafür sorgen, dass die Abgase, die bei der Müllverbrennung entstehen, für die Stromproduktion auf Temperatur gebracht werden.  Läuft die Anlage dann erst einmal auf Hochtouren, kann sie flexibel zwischen 1,3 und 5,6 MW elektrische Leistung gefahren werden.

Positiv für Fernwärme und Klima

Laut Wirtschaftlichkeitsberechnung soll „TREA II“  eine Jahreslaufleistung von 7400 Stunden erbringen und so Wärme für bis zu 3300 Einfamilienhäuser, sowie Strom für bis zu 10.000 Durchschnittshaushalte erzeugen. Diese Spitzenwerte wirken sich auch positiv auf die Klima-Bilanz aus: Pro Jahr können so bis zu sieben Mio. Liter Heizöl gespart werden, was wiederum 25.000 Tonnen CO2 jährlich entspricht.

Die Klimafreundlichkeit spiegelt sich auch im Primärenergiefaktor der Fernwärmeversorgung wieder. Die Energie-Effizienzwert wird von 0,28 auf 0,2 gedrückt. Dabei wird nicht nur die bei der Müllverbrennung entstehende Wärme für die Versorgung genutzt, sondern auch die in den Abgasen enthaltene Energie, was zusätzlich acht bis neun Prozent Output bringt.

Neues Konzept zur Abgasreinigung

Die Abgasreinigung hat sich „TREA II“  bei ihrer erfahrenden Kollegin abgeschaut. Das vergleichsweise teure Hydrogencarbonat wird nun allerdings Kalkhydrat verwendet. „Das führt zu exakt gleich sauberen Werten im Abgas, senkt aber die Betriebskosten enorm“, freut sich Matthias Funk, Technischer Vorstand der SWG. (ls)