Mit diesem Ansatz will "Ocean Cleanup" das Meer von Plastikmüll säubern. Wegen technischer Probleme musste jetzt der Versuch abgebrochen werden. Bild: © Ocean Cleanup

Vorläufiges Aus für Plastikmüll-Fänger "Ocean Cleanup"

Die Vermüllung der Meere mit Plastikabfällen schreitet voran. "The Ocean Cleanup" setzt dieser Tendenz ein Säuberungsschiff entgegen. Die neue Technologie muss nun im Hafen repariert werden.

Nach weniger als drei Monaten im Pazifik muss der Plastikmüll-Fänger "The Ocean Cleanup" beschädigt wieder an Land geschleppt werden. Ein 18 Meter langes Endstück habe sich von der Anlage gelöst. Sobald die Wetterbedingungen es zuließen, werde das System an Land gebracht, teilte ein Sprecher von "Ocean Cleanup" am Mittwoch in Rotterdam auf dpa-Anfrage mit.

Als Ursache für den Schaden wird Materialermüdung und starke örtliche Beanspruchung vermutet. Der Müll-Fänger liege stabil im Wasser. Für die Besatzung des Begleitschiffes, die Umwelt sowie den Schiffsverkehr gebe es kein Sicherheitsrisiko.

Auf dem Weg zum Großen Plastikmüllfleck

Die Anlage war im September aus der Bucht von San Francisco in den Pazifik zum Great Pacific Garbage Patch (dt. Großer Pazifikmüllfleck) geschleppt worden und dort am 17. Oktober gestartet. Bei diesem Strömungswirbel sollen sich nach Schätzungen von Wissenschaftlern 1,8 Billionen Plastikteile sammeln.

Bisher hatte der Müll-Fänger aber nicht gut funktioniert. Im Dezember teilte die Initiative mit, dass die Anlage das eingesammelte Plastik nicht festhalten konnte. Nun soll bei der Reparatur die Anlage auch so angepasst werden, dass das Problem gelöst werde. "Wir wissen noch nicht, wie lange das alles dauern wird", sagte Sprecher Jan van Ewijk.

Röhren in U-Form

Die Anlage besteht aus einer 600 Meter langen Röhre in U-Form. Daran ist ein drei Meter langer Vorhang befestigt, der den Müll in dem U festhalten soll. Der Plastikmüll soll von Schiffen abgeholt und zur weiteren Verarbeitung an Land gebracht werden. Es ist noch nicht entschieden, ob die Anlage zur Reparatur nach San Francisco oder nach Honolulu gebracht wird. (dpa/al)