Tonnenweise Plastikmüll in unserern Meeren bedroht Fauna und Flora.
Bild: © willyam/Adobe Stock

Wenn Plastik zu Kraftstoff wird ...

... dann ist die Pyrolyse am Werk: Um dem verheerenden Plastikproblem in den Weltmeeren effektiv zu begegnen, soll eine neue Technologie weiter helfen.

Ungefähr 150 Mio. Tonnen Plastik schwimmen in unseren Weltmeeren und die Zahl soll über die nächsten Jahre weiter steigen. Das Dresdner Unternehmen Biofabrik nahm dieses Problem zum Anlass, um nach sechs Jahren Entwicklung ihre Pyrolyseanlage "WASTX Plastic" zu präsentieren.

Die Anlage, welche Plastikmüll zu Kraftstoff verarbeitet, erreichte nun die Marktreife. In einem Test konnten damit 300 Kilogramm Plastikmüll aus dem Meer zu Kraftstoff verarbeitet werden.

Neuartige Technologie liefert mobile und dezentrale Lösung.

Und so funktioniert's: Via Pyrolyse werden die Kohlenwasserstoffverbindungen der Kunststoffe erhitzt und somit aufgebrochen. So entstehen neue chemische Verbindungen, die entweder gasförmig oder flüssig sind. Der so gewonnene Kraftstoff entspricht nach geringer Nachbereitung den Normen von schwefelarmen Marine Dieseln.

Die Anlagen werden in Seecontainer verladen, damit sie schnell und einfach in Betrieb genommen werden können. Der Gründer und Geschäftsführer Oliver Riedel erklärt, dass man nun durch Skalierung bis zu einer Tonne Plastikmüll pro Tag verarbeiten könne. Zudem möchte seine Firma ein Entlohnungsmodell für Müllpicker in Kambodscha und Indonesien etablieren, um diesen ein gerechtes Einkommen zu ermöglichen. (bh)