In baden-Württemberg sollen möglichst viele Kläranlagen eine vierte Reinigungsstufe erhalten.
Bild: © Stadt Tettnang

Vierte Reinigungsstufe für 125 Kläranlagen in Baden-Württemberg

Einige der 900 Kläranlagen sind bereits mit einer vierten Reinigungsstufe ausgestattet, weitere sind geplant. 125 Anlagen könnten mit Priorität ausgebaut werden.

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller hat am 14. Januar den Ministerrat in Stuttgart darüber informiert, dass im Land etwa 125 kommunale Kläranlagen für eine sogenannte vierte Reinigungsstufe infrage kommen. „Mit einem solchen Ausbau können wir Spurenstoffe, beispielsweise Rückstände von Arzneimitteln, herausfiltern“, sagte Untersteller, „und so dazu beitragen, dass der ökologische Lebensraum von Gewässern erhalten bleibt und die Trinkwasserressourcen noch besser geschützt werden.“

Aktuell sind in Baden-Württemberg im Rahmen der Spurenstoffstrategie bereits 16 kommunale Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe ausgerüstet. Bei weiteren 16 Anlagen wird ein solcher Ausbau derzeit geplant oder ist im Bau. „Damit kann Abwasser von mehr als zwei Millionen Menschen von Spurenstoffen gereinigt werden – vorsorglich und über die gesetzlichen Anforderungen hinaus“, stellte Untersteller klar. "Damit sind wir Vorreiter in Deutschland und Europa.“ Trotzdem soll der Ausbau von Kläranlagen vor allem an besonders sensiblen Gewässern intensiviert werden.

Land fördert die Filterung von Spurenstoffen

Als erstes Flächenland in Deutschland geht Baden-Württemberg zudem mit einem landesweit einheitlichen Vorgehen neue Wege. Mit dem „Arbeitspapier Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen“ steuert das Land die Ausbauaktivitäten und stellt Priorisierungskonzepte auf. 125 der 900 Kläranalagen im Südwesten kommen demnach für einen vorrangigen Ausbau in Betracht. Das baden-württembergische Umweltministerium hat seit 2010 die vierten Reinigungsstufen im Lande mit rund 32 Mio. Euro gefördert.

Zusätzlich zu diesen konkreten Maßnahmen fördert die Landesregierung das „Kompetenzzentrum Spurenstoffe Baden-Württemberg“, das Kläranlagenbetreiber, Behörden und Planer bei der Einführung der neuen Technologien unterstützt und berät. Untersteller betont, dass die meisten der etwa 900 kommunalen Kläranlagen in Baden-Württemberg die in der Abwasserverordnung geforderten Standards derzeit bereits übertreffen. (sig)