Schutz vor Starkregen-Ereignissen

Das Projekt KURAS hat ein Planungstool entwickelt, wie solchen Katastrophen infrastrukturseitig begegnet werden kann.

Starkregen-Ereignisse sind für die deutschen Städte und Kommunen eine immer größer werdende Bedrohnis. Schließlich erwarten Experten – bedingt durch den Klimawandel – häufigere Ereignisse, die große Schäden nach sich ziehen. In diesem Kontext hat nun das in Berlin beheimatete Projekt KURAS (Konzept für urbane Regenwasserbewirtschaftung und Abwassersysteme) erste Hilfestellungen erarbeitet.

Das Projekt unter der Leitung von Prof. Paul Uwe Thamsen von der TU Berlin hat in den vergangenen drei Jahren alle Stakeholder einer Stadt, also Wissenschaftler, Behörden, Stadtplaner und Versorger, an einen Tisch gebracht, um alle Handlungsmöglichkeiten für den Schutz vor solchen Ereignissen zu eruieren. Einzigartig ist nun an dem Projekt, dass das Projekt-Team alle Möglichkeiten in einem Maßnahmenkatalog – ähnlich eines Planspiels – zusammengefasst hat und kombinieren kann. Die Maßnahmen wurden im Rahmen des Projekts alle simuliert.

Beispielhaft diente der Bezirk Wilmersdorf als Versuchsort. Im Prinzip erarbeiteten die Projektteams 30 verschiedene Anpassungsmaßnahmen, die dann in der Folge in Kombination eine Reduktion der Mischwasserüberläufe von bis zu 70 Prozent bewirkten, so Thamsen. Das Planungstool betrachtet also die Regenwasserbewirtschaftung und das Abwassermanagement ganzheitlich, vom höchsten Dach über den tiefsten Kanal bis zur entferntesten Kläranlage. Es zeigt, wie durch ein verbessertes Regen- und Abwassermanagement nicht nur Abwasserentsorgung, Gewässerqualität und Stadtklima sondern letztlich die Lebensqualität in der Stadt verbessert werden kann.

An Möglichkeiten haben die Experten Versickerung, Verdunstung, Nutzung oder Speicherung von Regenwasser am Ort des Niederschlags genutzt. Im Einsatz sind auch Baum-Rigolen-Systeme, grüne Dächer und Fassaden, Teiche und vieles mehr. Darüber hinaus haben betriebliche und konstruktive Maßnahmen im städtischen Kanalnetz großes Entwicklungspotenzial. Ansatzpunkte sind hier die bessere Ausnutzung vorhandener Stauräume, neue Kanalspülungskonzepte und auch die betriebliche und bauliche Optimierung der Kläranlagen. Auch der Betrieb von Abwasserpumpwerken kann durch intelligente Steuerung und verbesserte Pumpentechnik optimiert werden. Im Rahmen von KURAS haben die Forscher im Speziellen untersucht, wie sich dezentralen Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung in bestehende Stadtstrukturen implementieren lassen und dort tatsächlich positive Wirkungen entfalten können. (al)