Bei der Verleihung des Abwasserinnovationspreises (v.l.): Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt Christian Lösel; Umweltminister Thorsten Glauber; Bürgermeister der Gemeinde Kalchreuth Herbert Saft; Geschäfts- und Betriebsleiter des Abwasserverbandes Kempten Franz Beer
Bild: © Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Bayern: Ingolstadt holt Abwasser-Innovationspreis

Das bayerische Umweltministerium kürte die innovativsten Projekte in Sachen Abwasserentsorgung. Drei Unternehmen können sich über die Förderung teilweise bislang noch nicht erprobter Maßnahmen freuen.

Der Zweckverband Zentralkläranlage Ingolstadt, die Gemeinde Kalchreuth und der Abwasserverband Kempten wurden mit dem Abwasser-Innnovationspreis des Bayerischen Umweltministeriums für innovative Projekte ausgezeichnet. Der Zweckverband Zentralkläranlage Ingolstadt und die Gemeinde Kalchreuth teilen sich den ersten Preis. Insgesamt werden die Projekte der Preisträger mit einer finanziellen Förderung in Höhe von insgesamt rund 1,6 Mio. Euro bedacht.

Der Zweckverband Zentralkläranlage Ingolstadt erhält 720.000 Euro. Das Unternehmen plant den Umbau einer bestehenden Anlage hin zu einer Anlage mit Wirbelschwebebettverfahren zur gezielten Stickstoffentfernung. Bisher sei dieses Verfahren noch nirgends eingebaut worden. Somit könnte das Projekt Vorbild für weitere Kläranlagen werden.

Energieautarke Kläranlagen und Flächeneinsparungen

In der Gemeinde Kalchreuth soll das Durchlaufbecken vergrößert und ein Retentionsbodenfilter eingebaut werde. Dadurch könne die Reinigung des ablaufenden Mischwassers erfolgen. Zudem werde Platz gespart; dies erhalte weitere Flächen, so die Begründung des Umweltministeriums für die Wahl des Preisträgers. Die Gemeinde kann mit 520.000 Euro Förderung rechnen.

Der Abwasserverband Kempten plant das Projekt "Vom Klärwerk zum Kraftwerk". Der Verband will ein innovatives Konzept zur Trocknung von Klärschlamm entwickeln. Damit kann der Kraft-Wärme-Wirkungsgrad erhöht werden. Ziel ist es, die Kläranlage künftig energieautark zu betreiben. Für diese Idee erhält der Zweckverband 360.000 Euro.

Hilfestellung für andere Kommunen

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber: "High-Tech-Kläranlagen schützen unsere Gewässer, sparen Energie und schonen das Klima. Unser Ziel ist es, neue Technologien und Ideen von Kommunen für Kommunen zu fördern." Der Abwasser-Innovationspreis wird seit dem Jahr 2012 verliehen. Die Ergebnisse der Projekte sollen auch anderen bayerischen Kommunen als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe zur Verfügung gestellt werden. (hol)