Plastiktüten werden von Millionen von Menschen genutzt. Sie verursachen aber auch ein großes Müllaufkommen.
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EU will Plastiktüten eindämmen

Nabu und VKU begrüßen den Vorschlag der EU-Kommission, den Verbrauch von Plastiktüten zu reduzieren. Betroffen sind vor allem die dünnen Tüten.

198 Plastiktüten benutzt jeder EU-Bürger im Durchschnitt jährlich, die meisten nur einmal, so die Europäische Kommission. In Deutschland sind es demnach im Schnitt 71 Tüten pro Jahr, in Finnland und Dänemark nur vier, während Portugal, Polen, Litauen und Ungarn mehr als 500 Mal jährlich zur Tüte greifen. Doch die Müllmenge auf dem Land und in den Meeren wächst. Gleichzeitig wird für das Plastik Erdöl als Rohstoff verbraucht.

Deswegen hat die EU-Kommission am Montag (4. Nov. 13) einen Vorschlag mit Maßnahmen zur Reduzierung von Plastiktüten in der Europäischen Union vorgelegt. Dieser sieht vor, die Verpackungsrichtlinie dahingehend zu ändern, dass insbesondere der Verbrauch leichter Plastiktüten unter 0,05 mm Foliendicke zu reduzieren ist.

Wie dies konkret erfolgen soll, ist den Mitgliedsstaaten überlassen. Möglich wären beispielsweise Reduktionsziele, wirtschaftliche Instrumente oder Restriktionen beim Vertrieb.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) begrüßt den Vorstoß der EU-Kommission. Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sagt: "Wir halten eine Steuer auf alle Einweg-Tragetaschen für angebracht, wollen aber nicht, dass damit die generelle Debatte um Plastikmüll aufhört.“

Auch der Verband kommunaler Unternehmen sagt ebenfalls ja. VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck fordert die Bundesregierung auf, "die Vorgaben rasch umzusetzen und strenge Reduktionsziele zu erlassen, die dem auch sonst hohen Umweltschutzniveau in Deutschland Rechnung tragen". Nun seien aber auch die Verbraucher gefragt.

Der Verband ruft zusammen mit dem Nabu und dem Bundesumweltministerium dazu auf, sich an der Europäischen Woche zur Abfallvermeidung zu beteiligen, die vom 16.–24. Nov. 13 stattfindet. (sg)