Der erste Schritt ist getan - der Grundstein ist gelegt: In Hamburg wird eine Phospor-Recycling-Anlage gebaut (v.l.): Nathalie Leroy (Geschäftsführerin von Hamburg Wasser), Peter Tschentscher (Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg), Jens Kerstan (Hamburgs Umwelt- und Energiesenator), Norbert Rethmann (ehemaliger Vorstand der Rethmann-Gruppe, Mutter-Holding von Remondis) und Max Arnold Köttgen (Vorstand von Remondis). Bild: © Hamburg Wasser

Erste Phosphor-Recycling-Anlage weltweit

Hamburg Wasser und Remondis errichten eine Anlage im großtechnischen Maßstab. Damit sollen jährlich 7000 Tonnen Phosphorsäure gewonnen werden.

Da Phosphor endlich ist und Deutschland den Rohstoff zu 100 Prozent importieren muss, wird in Hamburg ein weltweit beachtetes Projekt umgesetzt: Der Wasserver- und -entsorger Hamburg Wasser und das Entsorgungsunternehmen Remondis bauen die weltweit erste Phosphor-Recycling-Anlage. Für die Erprobung des Verfahrens wurde im Jahr 2015 bereits eine Pilotanlage in Hamburg installiert.

Das für die Gewinnung des Phosphors notwendige Verfahren stammt von Remondis. Mit dem TetraPhos®-Verfahren könne erstmals wirtschaftlich effizient und im großtechnischen Maßstab aus Abwasser Phosphor zurückgewonnen werden, heißt es. Im Hamburger Klärwerk entsteht nun bis 2020 eine Anlage, die aus jährlich 20.000 Tonnen Klärschlammasche rund 7000 Tonnen hochreine Phosphorsäure produzieren wird.

Phosphor ist wichtig für die Düngung der Felder

Folgten alle deutschen Kläranlagenbetreiber dem Hamburger Beispiel, könnte auf 60 Prozent der Phosphorimporte verzichtet werden, betonen die Unternehmen.In Deutschland werden jährlich circa 230.000 Tonnen Phosphor in Form von Dünger auf die Felder gebracht. Der Rohstoff ist essenziell für das Pflanzenwachstum und damit für die gesamte Nahrungsmittelproduktion.

Derzeit muss Deutschland den Rohstoff vollständig importieren. Die Rückgewinnung von Phosphor wird also stetig relevanter. Die deutsche Bundesregierung hat gesetzlich vorgeschrieben, dass Phosphor ab 2029 aus Abwasser zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden muss.

Hamburg vergrößert Klärschlammverbrennung

"Im Abwasser finden wir eine riesige und nicht versiegende Energie- und Rohstoffquelle", sagt Nathalie Leroy, Geschäftsführerin von Hamburg Wasser. Schon heute gewinne das Unternehmen mehr Energie aus dem Abwasser zurück als eine Kleinstadt benötige. Mit der neuen Phosphor-Recycling-Anlage baue Hamburg Wasser das Klärwerk zur urbanen Rohstoffmine aus. Um das energetische Potenzial des Klärschlamms weiter zu erschließen, werde die Klärschlammverbrennung vergrößert.

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm. (al)