Schwerstarbeit am Saale-Ufer in Halle: Der Hauptsammler wird auf 1,2 km erneuert. Bild: HWS

Halle erneuert Abwasser-Hauptsammler

32 Tonnen schwere Rohrstücke mit einem Außendurchmesser von 3,60 Meter werden im halboffenen Vortrieb eingebaut.

Im Rahmen der Fluthilfe realisiert die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) derzeit auf einer Länge von 1259 Metern den Neubau des Abwasser-Hauptsammlers. Hauptgrund für die Erneuerung sei, dass Abschnitte des Sammlers zwischen Kraftwerk Trotha und Abwasserpumpwerk Tafelwerder beim Hochwasser 2013 durch Überflutung, Rückstau und Ausspülungen sehr stark beschädigt worden sind, erläutert das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Das Besondere am Bauverfahren: Genutzt wird ein "halboffener Vortrieb", der mit einem Außendurchmesser von 3,60 Meter in der Größenordnung bis dato einzigartig in Deutschland sei, so das Unternehmen. Gestern wurde die große Vortriebsmaschine in die Baugrube eingehoben.

Mit einem Innendurchmesser von 3000 Millimetern

Der Sammler hat einen Innendurchmesser von 3000 Millimetern und ist in Stahlbeton mit einer Wandstärke von etwa 300 Millimetern gefertigt. Die Rohre sind meist vier Meter lang und 32 Tonnen schwer. Diese Abschnitte werden mit einer Kraft von bis zu 1440 Tonnen vorangetrieben.


Im über 100 Jahre alten Hauptsammler am rechten Ufer der Saale läuft der größte Teil des Abwassers der Stadt Halle zusammen. Er sei die wichtigste Entwässerungsachse, so das Unternehmen. Gebaut wurde das zehn Kilometer lange unterirdische Bauwerk im Ei-Profil bereits Anfang des 20. Jahrhunderts – im Jahr 1908. Die Baumaßnahme begann im September 2016 und soll im Oktober 2017 abgeschlossen werden. (al)