Neue Gesellschafter für Monoverbrennung Mainz

Jeanette Wetterling, Vorstand des Wirtschaftsbetriebes Mainz Bild: © Wirtschaftsbetrieb Mainz

Digitales Modell der geplanten Klärschlammverbrennungsanlage in Mainz Bild: © Wirtschaftsbetrieb Mainz

Die TVM nimmt die Stadt Wiesbaden und rund 100 Gemeinden und Zweckverbände als neue Gesellschafter auf. Mit der kommunalen Lösung können Klärschlämme der Region Rheinland-Pfalz sicher und wirtschaftlich verwertet werden, so der Tenor.

Der Gesellschafterkreis der Thermischen Verwertung Mainz GmbH (TVM) hat sich von der Anzahl her beträchtlich vergrößert. Neue Mitgesellschafter der Klärschlammverbrennungsanlage, die zurzeit im Mainzer Stadtteil Mombach entsteht, sind die Stadt Wiesebaden und die VK Kommunal (VKK), ein Zusammenschluss von rund 100 rheinland-pfälzischen Städten, Gemeinden und Abwasserbetrieben. VKK ist nun mit einem Prozent vertreten, die Stadt Wiesbaden mit zwei Prozent.

Die bisherige Struktur der TVM lautete bislang:

  • 68 Prozent Wirtschaftsbetrieb Mainz
  • 26 Prozent Stadtentwässerung Kaiserslautern
  • 2 Prozent AVUS Abwasserzweckverband „Untere Selz“
  • 2 Prozent FWE Verwaltungs GmbH Kaiserslautern
  • 2 Prozent  WVE GmbH Kaiserslautern    


Völlige „TVM-Neulinge“ sind die von der VKK vertretenen Kommunen nicht, schreibt der Wirtschaftsbetrieb in einer Pressemitteilung. Sie hatten zuvor bereits entsprechende Kundenverträge zur Verwertung ihrer Klärschlämme unterschrieben. Erst danach hatten sie wegen Anteilseignerschaft angefragt.

"Deutliches Signal"

Die Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsbetriebes Mainz und Vorsitzenden der TVM-Gesellschafterversammlung, Jeanette Wetterling, sprach von einem „deutlichen Signal“: Durch den nachträglichen Beteiligungswunsch könne sich die Anlage zu dem Leuchtturmprojekt entwickelt. „So wie wir uns das von Anfang an erhofft haben.“ Eine Anlaufstelle zu sein für Städte und Gemeinden aus der Region und ihnen eine „gesicherte und kostenstabile Entsorgung ihrer Klärschlämme“ zu garantieren. Schließlich sind über diesen Weg keine Ausschreibungen mehr nötig, es erfolge eine reine "Inhouse"-Bewirtschaftung, erklärte ein Sprecher der TVM gegenüber der ZfK. 

Nutzer dieser neuen Konstellation sei die Umwelt, schreibt der Wirtschaftsbetrieb. Denn durch den Anschluss der beiden Neu-Teilhaber reduziere sich der sogenannte "Klärschlammtourismus" weiter, also die Transportstrecke, die die Klärschlämme auf dem Weg zur Verwertung zurücklegen. Im Schnitt sinke der reine Transportweg von derzeit 220 Kilometer auf 70 Kilometer.

Anlage ist noch im Bau

Die im Bau befindliche Klärschlammverbrennungsanlage in Mombach hat eine genehmigte Kapazität von 37 510 Tonnen (Trockenmasse) pro Jahr. Der Klärschlamm kommt laut Planung von (Tonnen pro Jahr):

  • ZKW Mainz (6000)
  • ZKW Kaiserslautern (2470)
  • AVUS (2000)
  • Fremdschlamm (25040)
  • Fremdschlamm Granulat (2000)

Durch die Neuaufnahme der Mitglieder wird sich die Kapazität nicht vergrößern, betonte Jeanette Wetterling. Aus Kunden werde jetzt lediglch Partner.

Interkommunale Zusammenarbeit

„Ich freue mich sehr über die interkommunale Zusammenarbeit der beiden Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden. Die Stadt Wiesbaden erhält dadurch Entsorgungssicherheit für Klärschlamm in unmittelbarer Nähe“, erklärte Oliver Franz, Bürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden. „Die neue Monoverbrennungsanlage in Mainz wird ab 2019 eine zentrale Rolle in unserem Verwertungsgeschäft einnehmen. Durch die Kooperation mit der TVM GmbH erreichen wir, dass wir alle Klärschlämme unserer Anteilseigner sicher und wirtschaftlich verwerten können“, erklärte Götz Gießrigl, Geschäftsführer der VK Kommunal GmbH. (al)