Sechs Tuchfilteranlagen wurden zum Wochenanfang im Neumünsteraner Klärwerk angeliefert und in ihr Betonbett gehoben.
Bild: © TBZ Neumünster

Neumünster: Klärwerk rüstet für Käserei auf

Die neue Käserei im Industriegebiet Süd produziert künftig nicht nur Gouda, Emmentaler und Co., sondern auch jede Menge Abwasser. Das Technische Betriebszentrum ist vorbereitet.

Die Kombination mag nicht unbedingt appetitlich klingen, aber im Fall von Neumünster müssen Klärprozesse und Käse zusammengebracht werden. Mit Verlaub, es hilft nichts, denn in der Käserei, die bis Anfang nächsten Jahres in der schleswig-holsteinischen Stadt fertig gebaut werden soll, fallen rund 800.000 Kubikmeter Abwasser jährlich an. Um dieser zusätzlichen Wassermassen Herr zu werden, wird die örtliche Kläranlage bereits seit Monaten ertüchtigt.

Im September rollten die ersten Bagger auf das Gelände des Klärwerkes im Südwesten der Stadt. Die bestehenden Anlagen sollen um eine sogenannte Schlusstuchfiltration erweitert werden, erklärt Ingo Kühl, Fachdienstleitung im Technischen Betriebszentrum (TBZ) Neumünster. Dafür wurden insgesamt sechs Filter mit jeweils 18 "Tuchscheiben" angeliefert, die nun in ihre Betonbecken eingehängt werden. Ende Januar soll das Gespann dann in Betrieb gehen.

Kosten schnell wieder drin

Da das TBZ das geklärte Wasser in einen Fluss einleitet, dürfen die Phosphorwerte durch die Mehrbelastung aus der Käserei nicht steigen. Mit der Tuchfiltration sind die Neumünsteraner nicht nur auf die Einträge aus der Käserei vorbereitet, sondern könnten mit der Einleitung von Aktivkohle auch eine vierte Reinigungsstufe etablieren, so Kühl weiter.

Gekostet haben die sechs neuen Anlagen fünf Mio. Euro. Doch bei dem Megabedarf der Käserei sollten die Ausgaben relativ schnell wieder zurück in die Stadtkassen gespült werden: Immerhin zahlt der Lebensmittelbetrieb, genau wie alle Neumünsteraner, 1,93 Euro pro Kubikmeter Wasser. (ls)