Der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies spricht zu den Teilnehmern der 27. Osnabrücker Wasserfachtagung. Bild: © VKU/Maasoumy

Wohin mit dem Klärschlamm?

In verschiedenen Regionen Niedersachsens droht ein Entsorgungsnotstand für Klärschlamm. Dies wurde bei der 27. Osnabrücker Wasserfachtagung deutlich.

Das Thema Klärschlammentsorgung wird immer brisanter. Dies zeigte sich bei der heutigen 27. Osnabrücker Wasserfachtagung zum Thema „Klärschlamm – Wie geht’s jetzt weiter?“ Die etwa 80 Teilnehmer beleuchteten dabei ihre Strategien, wie Klärschlamm künftig zu verwerten ist. Dabei wurde deutlich: In verschiedenen Regionen Niedersachsens droht ein Entsorgungsnotstand. Diesem Notstand könne kurzfristig nur durch den Aufbau von Lagerkapazitäten entgegengewirkt werden, teilte die Landesgruppe Niedersachsen/Bremen des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) mit.

Zum Hintergrund: Durch die Klärschlammverordnung wird mittelfristig die Klärschlammverwertung über die Landwirtschaft deutlich eingeschränkt. Gerade in Niedersachsen, einem Bundesland mit einer bisher relativ hohen landwirtschaftlichen Verwertungsquote – 2016 lag die Quote bei 57 Prozent – wird das zu massiven Veränderungen führen, befürchten Fachleute.

Entsorgung wird zur Herausforderung

„Mit der neuen Verordnung wird die Klärschlammentsorgung für Niedersachsen trotz Übergangsfristen bereits ganz aktuell zu einer Herausforderung. Gemeinsam mit allen Beteiligten werden wir die Fragen zur Entsorgungssicherheit und die Neuordnung der Klärschlammverwertung beantworten und Lösungen finden“, sagte Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und Schirmherr der Veranstaltung.

Christoph Hüls, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück AG plädierte dafür, innovative und intelligente Technologien zum Einsatz zu bringen, um künftig unabhängiger zu sein und die Entsorgung durch Alternativen sicherstellen zu können. Die Klärschlammverwertung in der Landwirtschaft sei seit Jahrzehnten eine partnerschaftliche Kreislaufwirtschaft. „Künftige Lösungen und Wege sollten weiterhin einen partnerschaftlichen Ansatz haben.“ (al)