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21 November 2017 | 10:10

"Gib Dingen ein zweites Leben"

Experten von kaputt.de reparieren Smartphones. Es informieren sich (v.l.): Dr. Bettina Rechenberg, Leiterin des UBA-Fachbereich III „Nachhaltige Produkte und Produktion, Kreislaufwirtschaft“, der Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Florian Pronold und VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp.  , Bild: Leßner
Bild: Leßner
Experten von kaputt.de reparieren Smartphones. Es informieren sich (v.l.): Dr. Bettina Rechenberg, Leiterin des UBA-Fachbereich III „Nachhaltige Produkte und Produktion, Kreislaufwirtschaft“, der Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Florian Pronold und VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp.
Die Woche der Abfallvermeidung erzielt dieses Jahr eine Rekordbeteiligung. Als Thema wurde die Reparaturfreundlichkeit von Geräten hervorgehoben.

"Gib Dingen ein zweites Leben - Reparatur in Deutschland stärken." Unter diesem Motto steht die achte Europäische Woche der Abfallvermeidung. Sie startete am Samstag und verzeichnet einen Teilnehmerrekord: Über 1000 Aktionen finden dieses Jahr in ganz Deutschland statt.

"Wir reparieren nicht, wir schmeißen weg", umriss der Vizepräsident des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Patrick Hasenkamp, das Dilemma bei einer Pressekonferenz am Montag in Berlin. Als Beispiel nannte er das Produkt Fernseher, das heute eine Lebenserwartung von wenigen Jahren hat. Schon nach drei Jahren gehen Hersteller davon aus, dass 50 Prozent der Geräte am Ende ihres Lebenszyklusses angekommen seien.

Umweltgerechte Gestaltung ist wichtig

Wichtig wäre, dass sich Hersteller an die Ökodesignrichtlinie hielten, um eine umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte zu erreichen. Doch vielfach werden die Geräte reparaturfeindlich konzipiert. Diese gehe schon beim Akku los, der vielfach nicht auswechselbar sei.

Hasenkamp plädierte für ein Ampelsystem, das die Reparaturfreundlichkeit von Gebrauchsgütern darstellt. Diese Idee wird bereits seit langem von vielen europäischen Ländern gefordert. Bislang gebe es als Indikator für die Qualität eines Produkts nur den Preis. Solch ein Ampelsystem für die Reparaturfreundlichkeit würde mehr Transparenz schaffen, wie das Produkt einzuschätzen sei. Ein weiteres Instrument wäre, kleine Reparaturdienstleistungen zum Beispiel mit einem geringeren Mehrwertsteuersatz zu versehen. Das machen schon jetzt viele EU-Mitgliedstaaten.

Abfallvermeidung ist der beste Ressourcenschutz

Generell sei aber der beste Ressourcenschutz die Abfallvermeidung, so Hasenkamp. Pro Kopf und Jahr fallen in Deutschland rund 618 Kilogramm Abfall an - das ist gut doppelt so viel wie in Polen, Estland oder der Slowakei. Hasenkamp weist auf die Folgen des Konsums hin: "Jedes Produkt, das wir wegwerfen, wurde mit Einsatz von Ressourcen und Energie produziert und transportiert. Abfallvermeidung ist dafür ein wichtiger Baustein. Recycling ist gut. Am besten ist jedoch, wenn der Abfall erst gar nicht entsteht."

Während der Woche der Abfallvermeidung öffnen allein über 100 Repair-Cafés ihre Pforten, in denen Interessierte lernen, wie sie diese Dinge reparieren können, anstatt sie wegzuwerfen. (al)

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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.