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28 Juni 2017 | 11:20

Faire Chance für grünes Gas

Fordern bessere Rahmenbedingungen für Power to Gas (von links): 
Dr. Constantin Alsheimer (Mainova), Stephan Bauer (RAG), Timm Kehler (Zukunft Erdgas), Michael Oppermann (Zukunft Erdgas) bei der Pressekonferenz von Zukunft Erdgas in Berlin. , Bild: © hcn
Bild: © hcn
Fordern bessere Rahmenbedingungen für Power to Gas (von links): Dr. Constantin Alsheimer (Mainova), Stephan Bauer (RAG), Timm Kehler (Zukunft Erdgas), Michael Oppermann (Zukunft Erdgas) bei der Pressekonferenz von Zukunft Erdgas in Berlin.
Mehr Technologieoffenheit bei der Energiewende mahnt Zukunft Erdgas an. Power-to-X dürfe nicht ausgebremst werden.

"Unsere Energiewende hat ein Speicherproblem und Power-to-Gas ist der Schlüssel zum größten Energiespeicher Deutschlands", so Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Erdgas gestern bei einer Pressekonferenz in Berlin. Er verwies darauf, dass das Gasnetz der mit Abstand größte existierende Energiespeicher sei und dank PtG auch Energie von Wind und Sonne aufnehmen könne. Auf diese Weise könne erneuerbarer Strom bis zu zwei Monaten gespeichert werden und so auch die Winterflaute ausgeglichen werden, während Batterien nur als Kurzfristspeicher dienten.

Auch Anrechnung im Rahmen der EnEV ermöglichen


"Grünes Gas schließt so eine entscheidende Systemlücke in der Energiewende", sagte Kehler. Doch brauche grünes Gas eine faire Chance und dürfe nicht weiter durch die Regulierung ausgebremst werden, forderte er. Überfällig sei eine Reduzierung respektive Streichung der Umlagen- und Abgabenbelastung von Power-to-X (PtX) als Speicher und eine Reform der Letztverbrauchereinstufung von Energiespeichern.

Zudem müsse grünes Gas auch bei der Berechnung der CO2-Flottengrenzwerte in der EU zum Tragen kommen, erklärte Kehler. Es sei nicht nachvollziehbar, warum batteriebetriebene E-Autos, auch wenn sie mit Graustrom "betankt" werden hier gegenüber Fahrzeugen, die mit grünem Gas fahren, privilegiert werden. Auch müsse die Anrechnung der Nutzung von PtG in Neubauten im Rahmen der Energieeinsparverordnung (EnEV) ermöglicht werden, um Anwendungspotenziale im Gebäudesektor zu erschließen.

Alsheimer: "Kein Kluger Umgang mit Kosten""

"Eine rein stromgeführte Energiewende greift zu kurz", unterstrich auch Dr. Constantin Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova. "Was im Moment passiert, ist kein kluger Umgang mit Kosten", sagte er und verwies auf die immer häufigere Abregelung von Windparks in Norddeutschland und Verzögerungen beim Bau von Stromtrassen in den Süden. Hier biete es sich an, überschüssigen Windstrom in PtG umzuwandeln und über bestehende Erdgaspipelines in den Süden zu transportieren. Zumindest sollten in Netzengpassgebieten PtG-Pilotanlagen von Umlagen und Abgaben befreit werden, forderte auch Kehler.

Wettbewerbsfähigkeit von Power-to-Gas wird bis 2030 erwartet

Er verwies darauf, dass derzeit schon über 30 PtG-Pilotanlagen in Deutschland laufen. Die Erfahrungen der Betreiber sind laut einer von Zukunft Erdgas initiierten Befragung überwiegend "sehr positiv" und auch der Ausblick ist optimistisch. Es werden Kostendegressionen bis 2030 um mindestens 50 Prozent erwartet. 56 Prozent der Befragten rechnen mit einer Wettbewerbsfähigkeit von PtG schon bis zum Jahr 2030.

Stephan Bauer von RAG Austria berichtete vom bisher weltweit einzigartigen Pilotprojekt "Underground Sun Conversion". Aus Sonnen- oder Windenergie und Wasser wird zunächst in einer oberirdischen Anlage Wasserstoff erzeugt. Gemeinsam mit CO2 wird dieser in eine vorhandene Erdgaslagerstätte eingebracht. In über 1000 Metern Tiefe wandeln nun natürlich vorhandene Mikroorganismen diese Stoffe in relativ kurzer Zeit in erneuerbares Erdgas um. (hcn)

 

 

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