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16 November 2017 | 09:00

Kapazitäten bei Power-to-Gas schaffen

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IGU und DVGW verlangen Anstrengungen und Fördermittel für P2G, um die Klimaziele zu erreichen.

Um eine Erderwärmung von zwei Grad Celsius zu halten, darf das noch zur Verfügung stehende weltweite CO2-Budget bis Mitte der 2030iger Jahre die Schwelle von 890 Milliarden Tonnen CO2 nicht überschreiten. Für Deutschland liegt der entsprechende Wert bei weniger als 10 Milliarden Tonnen. Diese Zahlen nannten die IGU, International Gas Union, und der DVGW, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V., auf einer gemeinsamen Veranstaltung am Rande der Weltklimakonferenz in Bonn.

Damit die Vorgaben noch erreicht werden, müsse verstärkt auf Erdgas und Gas aus erneuerbaren Energien gesetzt werden, hieß es unisono. Ein zentraler Baustein sei dabei die Power-to-Gas-Technologie, die überschüssige Sonnen- und Windenergie speicherbar macht. Was derzeit allerdings fehlt, sind entsprechende Kapazitäten.

1,5 Gigawatt Erzeugungskapazität wäre nötig

In diesem Zusammenhang berichtete Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des technischen Vereins, dass Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und der DVGW gemeinsam ein Papier zur Förderung von Power-to-Gas in die politische Diskussion eingebracht hätten. Um den deutschen Technologievorsprung zu nutzen und auszubauen, sollten über die nächsten zehn Jahre Erzeugungskapazitäten in Höhe von insgesamt 1,5 Gigawatt aufgebaut werden.

Bei der derzeit noch nicht gegebenen Rentabilität wird gleichzeitig eine Förderung durch öffentliche Gelder vorgeschlagen. Genannt wurden 110 Millionen Euro, die zehn Jahre lang jährlich fließen sollen. Am Ende des Zeitraums müssten die neu errichteten Anlagen soweit optimiert sein, dass sie die Wirtschaftlichkeitsgrenze erreichten.

Drei-Stufen-Modell

Im Detail wurde auf der Veranstaltung in Bonn in einem Drei-Stufen-Modell präsentiert, wie Gas einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten kann.

  • Die erste Stufe sieht vor, Kohle und Öl schnell und schrittweise durch Gas zu substituieren. So könnten alleine in China in den nächsten zehn Jahren 3,2 Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden, wenn nur fünf Prozent aller Kohlekraftwerke durch Gaskraftwerke ersetzt würden.
  • Der zweite Schritt beschreibt den verstärkten Einsatz von Biogas. „Durch den Austausch alter Heizungen gegen moderne Anlagen, bei denen regenerative Energie zum Einsatz kommt, lassen sich die Treibhausgase um rund 80 Prozent reduzieren“, verdeutlichte Gerald Linke das Potenzial im deutschen Wärmemarkt.
  • Die dritte Stufe geht davon aus, Sonnen- und Windenergie über die reine Stromerzeugung hinaus in allen Verbrauchssektoren einzusetzen. Voraussetzung sei die Umwandlung in Bio-Gas, das sich speichern und bedarfsgerecht transportieren lasse. Als Beispiel wurde auf Erdgas-Tankstellen und Fahrzeuge verwiesen, die mit regenerativem Gas betrieben werden und dabei in der Gesamtbilanz nahezu CO2-neutral sind.


Laut David Carroll, Präsident der IGU, komme es jetzt darauf an, der Politik weltweit die Potenziale von Gas deutlich zu machen. Entscheidend werde zudem der weitere Ausbau der Gasinfrastrukturen sein. Sie würden die Voraussetzungen schaffen, damit je nach Land nicht nur einzelne Maßnahmen aus dem drei Stufen-Modell, sondern der Ansatz als Ganzes umgesetzt werden könne. (Le)

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165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.