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12 Juli 2017 | 11:00

Milliardencoup soll Gasgeschäft der SWM absichern

Die Stadtwerke München arbeiten hinter den Kulissen intensiv an einer Absicherung ihrer volatilen Gasaktivitäten. Das Bild zeigt die Firmenzentrale der SWM., SWM - Stefan Obermeier
SWM - Stefan Obermeier
Die Stadtwerke München arbeiten hinter den Kulissen intensiv an einer Absicherung ihrer volatilen Gasaktivitäten. Das Bild zeigt die Firmenzentrale der SWM.
Die Stadtwerke München und ein britischer Konzern wollen ihre Gasaktivitäten in einer neuen Firma bündeln. Die SWM bestätigen entsprechende Gespräche.

Die Stadtwerke München (SWM) verhandeln mit einem britischen Unternehmen über die Zusammenlegung der jeweiligen Gasaktivitäten in einer gemeinsamen Firma. In das neu zu gründende Unternehmen sollen alle Beteiligungen der SWM-Tochter Bayerngas Norge an Vorkommen in Norwegen, Dänemark und Großbritannien eingebracht werden. Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer heutigen Ausgabe. Die SWM bestätigten heute auf Anfrage, dass man sich in laufenden Verhandlungen befinde. Weitergehende Stellungnahmen seien derzeit nicht möglich.

Briten sollen die Mehrheit am geplanten Gemeinschaftsunternehmen halten

Die Münchner sollen laut dem Zeitungsartikel künftig knapp ein Drittel an dem neuen Unternehmen kontrollieren, die Mehrheit soll von der britischen Firma gehalten werden. Der Name des Konzerns aus England wird offenbar geheim gehalten. Von dem Joint-Venture sollen beide Partner gleichermaßen profitieren. Der eine verfügt über entsprechendes Kapital, mit dem die attraktiven Lizenzen des anderen verwertet werden können. Beide würden nur ihr bestehendes Geschäft einbringen, eine Kaufsumme soll nicht fließen.

SWM sollen Vetorecht bei Grundsatzentscheidungen erhalten

Der Sitz des neuen Gemeinschaftsunternehmens wird in Großbritannien liegen. Die Firma soll sich laut dem Zeitungsartikel selbst tragen. Für die nächsten zehn Jahre werden stabile Gewinne erwartet, was die Erschließung weiterer Gas- und Ölfelder ermöglichen dürfte. Geleitet werden soll das Unternehmen von einem Mitarbeiter des englischen Partners. Nach zwei Jahren kann ihn die SWM ablösen lassen, falls er zu einseitig oder wenig erfolgreich arbeitet. Bei Grundsatzentscheidungen wie der Verlagerung des Firmensitzes oder der Aufnahme neuer Gesellschafter sollen die Stadtwerke ein Vetorecht erhalten.

SWM haben bislang rund zwei Mrd. Euro in Gasförderung investiert

Die SWM sind 2006 in die Gasförderung eingestiegen mit dem Ziel, den Gasbedarf Münchens selber abzudecken. Seitdem wurden rund zwei Mrd. Euro in das risikoreiche und volatile Geschäftsfeld investiert. So kam es in der Vergangenheit wegen technischer Schwierigkeiten zu Produktionsstopps, beispielsweise beim Feld Hejre in der Nordsee. Gleichzeitig stellt der niedrige Gaspreis eine Belastung dar. Für die Entwicklung weiterer Gasfelder musste die SWM deshalb Bayerngas Norge Kredite in dreistelliger Millionenhöhe zur Verfügung stellen. Die Stadtwerke sind mit 90 Prozent an der Bayerngas Norge direkt oder indirekt beteiligt. (hoe)

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Mio. Tonnen Kohlendioxid wurden energiebedingt
im ersten Halbjahr ausgestoßen. Laut der Denkfabrik
Agora Energiewende bedeutet dies, verglichen mit 2016, einen Anstieg von fünf Mio. Tonnen oder 1,2 Prozent.