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09 August 2017 | 12:00

Power-to-Gas-Konsorten fordern NEP Strom/Gas

Blick in die Wasserstoffeinspeisung innerhalb der weltweit ersten Demo-Anlage für Power to Gas zur Einspeisung von Wasserstoff ins Gasverteilnetz in Frankfurt am Main. Die Anlage von 13 Beteiligungsstadtwerken der Thüga existierte von 2014 bis zum Sommer 2017 und wurde dann abgebaut., Bild: © Mainova
Bild: © Mainova
Blick in die Wasserstoffeinspeisung innerhalb der weltweit ersten Demo-Anlage für Power to Gas zur Einspeisung von Wasserstoff ins Gasverteilnetz in Frankfurt am Main. Die Anlage von 13 Beteiligungsstadtwerken der Thüga existierte von 2014 bis zum Sommer 2017 und wurde dann abgebaut.
Die weltweit erste Demo-Anlage, die mit überschüssigem Grünstrom Wasserstoff erzeugt und eingespeist hat, existiert nicht mehr. Dafür politische Forderungen.

Die 13 Beteiligungsstadtwerke der Thüga-Gruppe haben in diesem Sommer ihre weltweit erste Demo-Anlage für Power to Gas (P2G) zur Wasserstoffeinspeisung ins Gasnetz in Frankfurt am Main nach drei Jahren außer Betrieb genommen und abgebaut. Das geht aus Pressemitteilungen der Thüga und einiger Mitakteure von gestern hervor.

Die Thüga-Projektplattform zur "Strom-zu-Gas(SgZ)-Technologie" hat ihre Projektphase demnach "erfolgreich abgeschlossen". Sie hebt als Erfolge hervor:

  • P2G habe sich als Komponente intelligenter Netzstrukturen bewährt, da die Frankfurter Anlage mit Wind- und Solaranlagen und einem Blockheizkraftwerk zu einem Smart Grid zusammengeschaltet wurde.
  • Die Erwartungen an den Wirkungsgrad bis zum Flansch ans Gasnetz seien mit 77 Prozent übertroffen worden, und zwar im "relevanten" Lastbereich zwischen 50 und 325 kW, so Thüga-Chef Michael Riechel.
  • P2G eigne sich zur Ausregelung des Stromnetzes im Primärregelenergiemarkt.
  • Volkswirtschaftlich spreche für P2G unter anderem ein verringerter Ausbaubedarf im Stromnetz sowie die Nutzung des Gasnetzes als einzige bereits vorhandene Langzeit-Speicherinfrastruktur der Energiewende.
  • Wasserstoffproduktion per P2G könne 2020 einen Großteil des Stromspeicherbedarfs abdecken, die weitergehende Methanisierung stelle "nahezu unbegrenzte" Speichermöglichkeiten zur Verfügung.


Die 13 ehemaligen Projektpartner, darunter Mainova Frankfurt, Wemag Schwerin und Erdgas Schwaben Augsburg, fordern von der nächsten Bundesregierung:

  • gemeinsame Netzentwicklungspläne Strom/Gas, um die Gesamtkosten von Unterhalt und Ausbau der leitungsgebundenen Infrastrukturen integriert betrachten zu können
  • ein Entwicklungskonzept für P2G
  • die Anerkennung der Gase, die in P2G-Anlagen synthetisch erzeugt werden (Syngase), als Biokraftstoffe
  • Förderprogramme, um die Kosten zu reduzieren und die Wirkungsgrade weiter zu erhöhen. (geo)

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    Ein Interview mit Thüga-Chef Michael Riechel, in dem er generell auf die Plattformstrategie des Stadtwerkenetzwerks eingeht, finden Sie auf Seite 9 in der aktuellen ZfK-Ausgabe. Die ZfK ist im Abo erhältlich.

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9

Prozent betrug der Rückgang des Steinkohleeinsatzes in Kraftwerken im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr. Laut der AG Energiebilanzen wurden dagegen drei Prozent mehr Braunkohle verwendet.