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28 März 2017 | 11:00

Speicherbranche fordert L-Gas-Reserve

Der ESE - Erdgasspeicher Etzel ist ein Gemeinschaftsprojekt der Eon Gas Storage GmbH, OMV Gas Storage Germany GmbH, VNG Gasspeicher GmbH und Gas-Union GmbH., Bild: Eon Gas Storage GmbH
Bild: Eon Gas Storage GmbH
Der ESE - Erdgasspeicher Etzel ist ein Gemeinschaftsprojekt der Eon Gas Storage GmbH, OMV Gas Storage Germany GmbH, VNG Gasspeicher GmbH und Gas-Union GmbH.
Alle deutschen Gaskunden, auch die H-Gas-Kunden, sollen den Aufbau einer L-Gas-Pflichtreserve bezahlen. Das fordert die Initiative Erdgasspeicher.

Die Initiative Erdgasspeicher (INES) hat gestern weitere oder geänderte Regulierungen im Gasbereich gefordert. Hierzu legte der Verein ein 44-seitiges Positionspapier mit Daten zum L-Gas vor.

Die L-Gas-Förderung versiegt so langsam bis 2030. Das L-Gas muss nach und nach mit H-Gas ersetzt werden. Die Kosten dafür werden in der Marktraumumstellungs(MRU)- und in der Konvertierungsumlage sozialisiert. Die MRU ist bereits bundeseinheitlich und wird auf alle Ausspeisepunkte aus dem Ferngasnetz erhoben, auch wenn H-Gas ausströmt.

"Umlagen machen zehn Prozent des Wertes aus"

INES will dies auf Ausspeisepunkte zu Verbrauchern beschränkt wissen, also nicht in Speicher. Die Umlagen machten bereits mehr als zehn Prozent des Handelswertes deutscher Gasspeicher aus. Die befänden sich aber im Wettbewerb mit ausländischen Speichern. Setzten die sich durch, müsse der Endkunde auch noch die verstärkte Anbindung dorthin bezahlen.

Die Konvertierungsumlage wird auf Großhandelsebene von Bilanzkreisinhabern erhoben, soweit deren L-Gas-Bilanzkreis so unterspeist ist, wie ihr verbundener H-Gas-Bilanzkreis überspeist ist und wie das betreffende Marktgebiet tatsächlich gegenläufig L-Gas zur Druckhaltung einkaufen musste.

Konvertierungsumlage soll teurer sein als L-/H-Gas-Spread

Hier ist die INES für einen Beibehalt der Umlage – wie die Ferngasnetzbetreiber, die Marktgebiete und die Bundesnetzagentur, im Gegensatz zu Händlern und Betreibern von L-Gas-Kraftwerken. Sie soll zudem ex post erhoben und dynamisiert werden, meint INES. Sie soll jeweils so hoch sein wie der Großhandelspreis-Unterschied zwischen dem teureren L-Gas und H-Gas. Damit soll eine rein bilanzielle Konvertierung stets unwirtschaftlich werden. Das heißt, es soll sich nicht mehr lohnen, H-Gas einzukaufen und dann rein bilanziell in L-Gas umzuwandeln. Auch INES begründet dies damit, dass die L-Gas-Importeure ihre Langfristverträge mit holländischen Produzenten beibehalten. Holland hatte schon vor Jahren angekündigt, nur noch laufende Langfristverträge zu schützen. Sollten sich weitere Erdbeben im größten L-Gas-Feld Groningen ereignen, würde die Regierung den Förderdeckel dort womöglich weiter senken.

Zudem fordert INES eine "L-Gas-Leistungs- bzw. Sicherheitsreserve in L-Gas-Speichern". Zur Begründung führt sie an, die 10 MW übrige Ausspeicherleistung bei L-Gas-Spitzenlast würde bei Ausfall einer Importinfrastruktur nicht ausreichen. (geo)

Hier externer Link zu dem INES-Grundsatzpapier

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Zahl des monats

9

Prozent betrug der Rückgang des Steinkohleeinsatzes in Kraftwerken im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr. Laut der AG Energiebilanzen wurden dagegen drei Prozent mehr Braunkohle verwendet.