Stefan Walter Bild: © Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft/Anni Neu

Neuer Geschäftsführer beim Bioethanol-Verband

Der Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft hat einen neuen Geschäftsführer: Stefan Walter. Der Verband weist auf das hohe Treibhausgasminderungspotenzial des Biokraftstoffes hin.

Der Rechtsanwalt Stefan Walter fungiert künftig als Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe). Der Vorstand hat ihn zum Nachfolger des langjährigen Geschäftsführers Dietrich Klein berufen. Der 43-jährige Walter war von November 2014 bis Februar 2018 Justitiar und Referatsleiter Steuern im Deutschen Bauernverband. Zuvor übte der Jurist zwölf Jahre lang Verbandstätigkeiten in den Bereichen Immobilien und Steuerpolitik aus.

Der BDBe weist daraufhin, dass die Bundesregierung im Begriff sei, eine große Chance zu verspielen: Speziell geht es um die Klimaschutz- und Mobilitätspolitik. Nach Ansicht des Verbandes wird die Tatsache, dass herkömmliche Kraftstoffe nach derzeitigem technischem Stand viermal soviel Treibhausgasemissionen produzieren wie Biokraftstoffe, nicht genügend berücksichtigt. Das bestätigt im übrigen auch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), und sie präzisiert, dass im Jahre 2016 in Deutschland durch den Einsatz von Biokraftstoffen rund 7,3 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden konnten.

Nicht nur Dieselkraftstoff

Norbert Schindler, Vorsitzender des BDBe und Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, nimmt angesichts dessen die Treibhausgas-Quote (THG-Quote) ins Visier, mit der die CO2-Emissionen reguliert beziehungsweise gedeckelt werden können. Die Umwelt werde unnötig belastet, weil „die Verpflichtung der Mineralölunternehmen zur Senkung der CO2-Emissionen aller Kraftstoffe unverändert vier Prozent (THG-Quote) beträgt. Schindler fordert, dass „die erst ab 2020 geltende Anhebung der CO2-Minderung auf 6,0 Prozent auf das Jahr 2019 vorgezogen und ab 2020 auf mindestens acht Prozent erhöht werden“ soll. Das klingt kompliziert, würde aber in der Praxis eine Forcierung der THG-Quote um ein Drittel beziehungsweise ein Viertel bedeuten.

Angesichts der anhaltenden Diskussion um den Diesel-Antrieb ist nach Ansicht von Schindler zudem der Otto-Kraft „Super E10“ viel zu sehr aus dem Blickfeld geraten. Mit dieser Benzinsorte könnten in Deutschland die CO2-Emissionen von Ottomotoren deutlich stärker gesenkt werden, als das bisher geschieht. Schindler verweist auf Frankreich und Belgien, wo Super E10 mindestens sechs Cent pro Liter preiswerter ist als herkömmliches Superbenzin: „Dies wäre auch im größten Kraftstoffmarkt der EU, in Deutschland, zielführend. In Deutschland liegt der Preisvorteil bei nur zwei Cent pro Liter.“ Nur so könnten die klimaschädlichen Emissionen der derzeit mehr als 30 Millionen zugelassenen Autos mit Benzinmotoren deutlich gesenkt werden. (sig)