ZfK und Focus Money zeichnen kommunale Unternehmen aus

Künstliche Intelligenz und Analyse sozialer Medien

Damit haben die beiden Medienpartner ein neues Siegel entwickelt, mit dem sie kommunale Unternehmen bei der Personalakquise unterstützen und ihr Profil in einem Score konzentriert darstellen wollen.

                                      

 

Nach einem durchaus scharfen, Corona-bedingten Einbruch in der ersten Hälfte des Jahres hellt sich die Stimmung am Arbeitsmarkt wieder sehr deutlich auf. „Immer mehr deutsche Unternehmen nehmen Neueinstellungen ins Visier“, schreibt das ifo Institut. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im September auf 96,3 Punkte gestiegen, von 95,4 Punkten im August. Die wirtschaftliche Erholung spiegelt sich mehr und mehr auch in der Beschäftigung wider.

Das bedeutet: Die Corona-Pandemie hat lediglich zu einer sehr kurzfristigen Entspannung des Fachkräftemangels geführt. Bereits im nächsten Jahr ist damit zu rechnen, dass die bekannten Probleme bei der Gewinnung von Arbeitnehmern wieder auftreten – und sich angesichts der demografischen Entwicklung weiter verschärfen.

 

Dabei ist für die kommunalen Unternehmen der Augenblick für die Personalakquise günstig: Die Corona-Krise hat der Öffentlichkeit deutlich vor Augen geführt, wie wichtig die Dienstleistungen der Stadtwerke sind. Dabei haben auch die Bedeutung der Regionalität und die Sinnhaftigkeit von Jobs – zwei Punkte, bei denen Stadtwerke und Kommunalbetriebe besonders punkten können – weiter zu genommen.

Allerdings stehen die Kommunalwirtschaft bei der Suche nach den »klugen Köpfen« im Wettbewerb mit vielen anderen Firmen. Dabei muss sich ein kleines Stadtwerk womöglich gegen einen großen Arbeitgeber mit klingendem Namen profilieren. Um die Personaler von kommunalen Unternehmen zu unterstützen, haben sich zwei auf ihren Gebieten führende Medien zusammengetan: die »Zeitung für kommunale Wirtschaft« (ZfK) als journalistisches Flaggschiff des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) und »Focus Money« als bekannte Marke im Bereich der Testsiegel.
 
Auf einen Blick: Die beiden Partner haben das neue Siegel »Top-Karrierechancen in der Region« entwickelt. Damit können kommunale Unternehmen ihr Profil bei Bewerbern auf einen Blick ersichtlich zu machen. Das Karriere-Siegel ist das erste Projekt der Zusammenarbeit, weitere folgen in Kürze.

Das Siegel basiert auf einem neuen Ansatz, der sich der Datenerhebung mittels dem sogenannten Social Listening bedient. Dabei setzen ZfK und Focus Money auf das Know-how eines der bedeutendsten Dienstleister in Deutschland für solche Analysen.

Das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) wurde im Jahr 2007 mit der Mission gegründet, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schlagen. Wissenschaftliche Ausarbeitungen und Marktanalysen haben für Entscheider in der Wirtschaft oftmals nicht die hinreichende Praxisnähe und Relevanz. Das ändert das Institut mit seinem neuen Ansatz, der mittels Künstlicher Intelligenz Millionen von Internet-Dokumenten und Social-Media-Beiträgen auswertet und in einem dreistufigen Prozess in einem Score konzentriert.

Die IMWF-Methode trägt dem Umstand Rechnung, dass die »Technologisierung« in der Personalarbeit Fahrt aufnimmt, wie im Übrigen auch in anderen Unternehmensbereichen, wie zum Beispiel in Marketing und Kommunikation. Dabei müssen die Unternehmen mit Bergen von Daten umgehen. Unter diesen Milliarden Terabyte finden sich unzählige wichtige Aussagen, z. B. über Zielgruppen oder deren Meinungen über das eigene Unternehmen und dessen Produkte

Mit seinem Verfahren hat das IMWF aus der Datenflut die relevanten Informationen über die kommunalen Unternehmen herausgefiltert, die »Top-Karrierechancen in der Region« bieten. In der Untersuchung war die ganze Bandbreite der kommunalen Aktivitäten vertreten: von Energiedienstleistern über Entsorger, Verkehrsgesellschaften und Netzbetreiber bis zu Öko-Stromanbietern.
Die höchste erreichbare Zahl war 100. Das Qualitätssiegel »Top-Karrierechancen in der Region« erhielten nur diejenigen Unternehmen, die mindestens 60 Punkte in der Gesamtwertung erreichen. Insgesamt wurden 210 Unternehmen ausgezeichnet.

 

Fragen zur Studie und zu den Nutzungsmöglichkeiten des Siegels „Top-Karrierechancen in der Region“ beantwortet Ihnen unser Vermarktungspartner IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung. Sprechen Sie dort gerne Herrn Alexander Göschl per Mail unter E-Mail Address protected. Please enable Javascript. oder unter der Telefonnummer 040/25 31 85-140 an.

Die Analysemethode für das neue Testsiegel

Social Listening:

Der neue Ansatz von IMWF eignet sich für die Bestimmung der Performance von Unternehmen. Er trägt der wachsenden Bedeutung von Internet- und Social-Media-Beiträgen Rechnung.

Der Fachkräftemangel beeinträchtigt die Energie- und Wasserwirtschaft. Die Suche nach den passenden Beschäftigten ist eine große Herausforderung. Immer häufiger kommt es vor, dass sich hochqualifizierte und motivierte Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber kritisch und sorgfältig aussuchen.

Dabei legen die Arbeitnehmer heutzutage bei der Stellensuche neben einer guten Entlohnung auch auf andere Kriterien großen Wert. Dazu zählen z.B. Arbeitsklima, Work-Life-Balance, Aufstiegschancen und Mitarbeiterförderung.

Unternehmen sind gefordert, ihre Qualitäten in diesen Faktoren zu beweisen. Denn das Wissen über die Vorzüge eines Arbeitgebers basiert nicht mehr nur auf Hörensagen und ist nicht mehr nur einem kleinen Personenkreis zugänglich. Vielmehr wird es auch online weitergegeben und ist für eine sehr große Zahl von Interessenten sichtbar. Um die kommunalen Unternehmen herauszufiltern, die die besten regionalen Karrierechancen bieten, analysiert das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag von »ZfK« und »Focus Money« Daten in einem dreistufigen Prozess.

Erster Schritt: Zuerst werden vom IMWF-Partner Ubermetrics Technologies sämtliche Texte, die für die Personalakquise wichtige Suchbegriffe enthalten, aus dem Netz geladen und in einer Datenbank erfasst (Crawling). Dabei werden Millionen von Online-Quellen durchforstet. Das umfangreiche Quellenset umfasst Nachrichten-Seiten, Foren, Social-Media-Kanäle und Pressemitteilungen.

Zweiter Schritt: Das sogenannte Processing greift auf die im Crawling gesammelten Daten zu und analysiert sie im Hinblick auf das Arbeitgeberprofil. Dafür wird der große Datentopf von Beck et al. Services für IMWF mittels Verfahren der Künstlichen Intelligenz in Textfragmente aufgesplittet und anschließend in drei Stufen analysiert:

  • Welches Unternehmen wird erwähnt?
  • Welches Thema wird besprochen?
  • Welche Tonalität weist das Textfragment auf?

Die Zuordnung der Erwähnungen zu wichtigen Schlüsselbegriffen wie Unternehmenskultur oder Gehalt erfolgt mit Hilfe definierter Keywords sowie Text- und Satzkorpora, die Themengebiete breit abbilden.

Dritter Schritt: Abschließend werden die Erwähnungen mit einer Sentiment-Analyse bewertet und den Kategorien positiv, neutral oder negativ zugeordnet.

Berechnung des Score: Diese ganzheitliche Sicht, die sich auf die umfangreiche Internetrecherche und -analyse stützt, ist wichtig: Denn es reicht für kommunale Unternehmen nicht aus, nur in einer Dimension zu glänzen. Deswegen setzt sich die Gesamtbewertung aus Einzelergebnissen in den Bereichen Karriere, Berufseinstieg, Unternehmenskultur, Arbeitgeber, Gehalt und Fairness zu jeweils einem Sechstel zusammen.
Zur Berechnung der einzelnen Punktwerte werden für jedes Unternehmen und jeden Schlüsselbegriff folgende zwei Werte ermittelt:

  • Tonalitätssaldo: Differenz aus positiven und negativen Nennungen geteilt durch die Gesamtzahl der Nennungen;
  • Reichweite: Anzahl der Gesamtnennungen im Verhältnis zum Mittelwert der Branche.

Anschließend werden beide Werte zu einem ersten Punktwert verrechnet. Je reichweitenstärker ein Unternehmen ist, desto stärker wirkt sich die Tonalität aus, also ob die Kommunikation überwiegend positiv oder negativ gefärbt ist.

Das Ergebnis: Die so gewichtete Punktzahl jedes Schlüsselbegriffs wird anschließend zu einer Gesamtpunktzahl für jedes Unternehmen zusammengefasst und für die gesamte Branche normiert. Das beste Unternehmen bildet mit 100 Punkten den Benchmark der Branche, die weiteren Wettbewerber werden anhand ihres Punktwerts eingestuft.

 

SCHLÜSSELBEGRIFFE

Welche Arten von Eventtypen werden einbezogen?

Die im Processing verwendeten neuronalen Netze kategorisieren die gefundenen Textfragmente in einzelne Themengebiete. Diese werden »Eventtypen« genannt. Hierbei existiert ein Katalog vordefinierter Eventtypen, von denen sechs in dieser Studie verwendet wurden.

Die Eventtypen beinhalten unter anderem folgende Themen:

  • Karriere: Karrierenetzwerk, Aufstiegschancen, Berufsperspektiven
  • Berufseinstieg: Karrierestart, Berufsanfänger, Jobs für Absolventen
  • Unternehmenskultur: Mitarbeiter-orientierung, Personalpolitik, Arbeitgeberattraktivität
  • Arbeitgeber: Arbeitsplatzsicherheit, Zufriedenheit am Arbeitsplatz, Betriebsklima, Work-Life-Balance
  • Gehalt: Gehalt / Lohn / Verdienst
  • Fairness: Wertschätzung, Gleichberechtigung, Inklusion