Auf dieser Seite können Sie sich in Ihr bestehendes Account einloggen oder für ein neues Account registrieren.
01 Dezember 2017 | 10:50

München: Gezerre um Chefposten bei den AWM

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München hat sich zwar für eine Kandidatin entschieden, aber ein unterlegener Bewerber klagte erfolgreich gegen die Wahl.

Sabine Schulz-Hammerl ist zwar im Sommer vom Stadtrat als Chefin des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWR) gewählt worden, doch sie kann ihn nicht antreten, da ein unterlegener Konkurrent beim Auswahlverfahren gegen die Entscheidung erfolgreich beim Verwaltungsgericht München geklagt hat. Das schreibt die Süddeutsche Zeitung. Die Stadt will die Causa nun vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bringen.

Dem Blatt zufolge gehe es dabei um mehr als um den Streit des Chefpostens, sondern um die grundsätzliche Frage, inwieweit der Stadtrat bei solch wichtigen Personalien mitreden darf. Der Beschluss des Verwaltungsgerichts könnte eine Zäsur bedeuten. Denn den Richtern zufolge, dürfen Bewerbungsgespräche vor dem  Stadtrat nur in einem Ausnahmefall den Ausschlag geben. Dann, wenn es zu einem Patt in der Auswertung aller Beurteilungen und Einstufungen der Kandidaten komme.

Papierform überwiegt Bewerbungsgespräch vor Stadtrat

So gilt: Sind Bewerber in verschiedene Einkommensgruppen und damit Hierarchien eingestuft, kommt der Kandidat aus der höheren Hierarchie zum Zuge, so die Süddeutsche. Darauf beruft sich das Verwaltungsgericht. Die Papierform sei schwerer zu gewichten als das Bewerbergespräch. Aus den städtischen Bewerberrichtlinien allerdings geht hervor, dass ein Nachteil in der Papierform kompensiert werden könne. Also, dass ein positives Urteil vom Stadtrat im Bewerbungsgespräch diesen Nachteil wettmachen kann.

Ein weiterer Kritikpunkt war, dass Schulz-Hammerl bei ihrer Bewerbung kein Zwischenzeugnis vorgelegt hatte, da sie als Kommunikationschefin im Deutschen Museum niemanden verprellen wollte, so das Blatt. Nach der Entscheidung für sie reichte sie das Zwischenzeugnis nach. Laut den Richtern habe dies aber keine Auswirkungen mehr. Die Stadt befürchtet nun, wenn das künftig auch für externe Kandidaten gelten werde, bekomme man kaum noch Bewerbungen.

Zäsur bei Besetzung von Positionen möglich


Rechtsanwalt Gerd Tersteegen, der den Kläger vertritt, ist der Meinung, dass sein Mandant den Posten erhalten müsse, wenn der Beschluss rechtskräftig wird. Die nächste Instanz scheue der Verwaltungsrechtler nicht. Wann der Verwaltungsgerichtshof darüber entscheiden wird, sei allerdings noch offen. Der AWM wird bis dahin kommissarisch von einer Stellvertreterin geleitet. (sg)

  • Energiepreise

STELLENMARKT

,

Social media

Folgen sie uns auf:
Facebook Twitter Xing

Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.