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01 August 2017 | 10:45

Bus ohne Fahrer und elektrisch ab 2018

Lautlos und sicher absolvierte am 31. Juli 2017 ein selbstfahrender E-Minibus auf dem Berliner Charité-Gelände seine Probefahrt., Bild: Hans-Christoph Neidlein
Bild: Hans-Christoph Neidlein
Lautlos und sicher absolvierte am 31. Juli 2017 ein selbstfahrender E-Minibus auf dem Berliner Charité-Gelände seine Probefahrt.
Vom nächsten Jahr an testet die BVG auf dem Gelände der Berliner Charité selbstfahrende E-Minibusse. Gestern wurde das Projekt vorgestellt.

Vier fahrerlose E-Busse sollen vom kommenden Jahr an auf dem Campus Charité Mitte und dem Campus Virchow-Klinikum auf vier festen Routen unterwegs sein. In dem bis 2020 laufenden Pilotvorhaben soll auch die Nutzerakzeptanz untersucht werden. Zum Einsatz kommen sollen Minibusse mit mindestens elf Steh- und vier Sitzplätzen. Ziel ist, künftig das bisherige Nahverkehrs(ÖPNV)-Angebot durch „Demand-Shuttle“-Angebote zu ergänzen und die Fahrzeugelektrifizierung voranzutreiben. Das unterstrich Dr. Henrik Haenecke, Vorstand Finanzen, Digitalisierung und Vertrieb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). „Wir wollen nicht abwarten, sondern jetzt schon zeigen und erproben, wie ein ÖPNV der Zukunft aussehen kann“, sagte Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin.

Reales Testfeld im Kleinen


Laut Müller eignen sich die beiden Charité-Standorte besonders gut für den Test, da sie mit 270 000 beziehungsweise 138 000 Quadratmetern ausreichend groß und vom öffentlichen Straßenraum abgegrenzt sind. Mit ihren Gehwegen, Kreuzungen und Verkehrsteilnehmern – wie Fußgängern, Radfahrern, PKW, LKW und Rettungsfahrzeugen – bilden sie jedoch den Berliner Verkehrsalltag beinahe im Kleinen ab.

Jedenfalls funktionierte die Testfahrt von zwei selbstfahrenden Bussen mit der Prominenz gestern schon reibungslos. Zum Einsatz kamen E-Minibusse der französischen Hersteller Easy Mile und Navya. Sie sind unter anderem schon im Testbetrieb in Schaffhausen, Paris, Toulouse und Singapur unterwegs. Sie sind vorne, hinten und auf dem Dach mit Sensoren und Kameras ausgerüstet. Der Anschaffungspreis des autonom fahrenden Easy-Mile-Kleinbusses liegt bei rund 200 000 Euro, die Reichweite mit Tempo 20 bis 45 liegt bei gut 16 Stunden. Die 20 Kilowatt starke Batterie hat eine Ladezeit von rund fünf Stunden.

Vergabe läuft bis Ende des Jahres


„Derzeit haben wir noch nicht entschieden, welche Fahrzeuge wir einsetzen“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Das Vergabeverfahren läuft derzeit an und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Charité stellt künftig die Ladeinfrastruktur bereit, die BVG ist für den Betrieb der Fahrzeuge verantwortlich.

Finanziell gefördert wird das Vorhaben vom Bundesumweltministerium. „Autonome Elektrobusse können später ein Baustein des ÖPNV der Zukunft werden, da sie die Lücken zwischen S-, U-, Straßenbahn, Linienbus und Privatauto schließen könnten. So wird die Digitalisierung für den Umwelt- und Klimaschutz greifbar“, sagte Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium (BMUB). (hcn)

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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.