Auf dieser Seite können Sie sich in Ihr bestehendes Account einloggen oder für ein neues Account registrieren.
14 November 2017 | 09:46

E-Mobilität: Utrecht zeigt Zukunft

„We Drive Solar“: Bidirektionale solare E-Ladestation in Utrecht im Stadtviertel Lombok. Dort sind 25 E-Carharing Renault Zoes unterwegs., H.C. Neidlein
H.C. Neidlein
„We Drive Solar“: Bidirektionale solare E-Ladestation in Utrecht im Stadtviertel Lombok. Dort sind 25 E-Carharing Renault Zoes unterwegs.
Utrecht macht vor, was jetzt schon in punkto E-Mobilität und Klimaschutz möglich ist. Ein Partner ist Renault.

Emissionsfreier öffentlicher Nahverkehr bis 2025, C02-neutrale Energieversorgung bis 2030, Vorrang für E-Carsharing, E-City-Logistik, Radfahrer, Fußgänger und C02-freie neue Quartiere ab dem Jahr 2020. Utrecht in den Niederlanden hat sich ehrgeizige Ziele beim Klimaschutz und einer nachhaltigen Stadtentwicklung gesetzt. Erste beeindruckende Schritte hat die schnell wachsende, 344 000 Einwohner zählende Kommune in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen und örtlichen Initiativen schon gemacht, wie die ZfK vor Ort erfahren konnte.

Weltweit größtes Fahrradparkhaus und bidirektionales Laden

So wurde unter dem Hauptbahnhof im August der erste Abschnitt des weltweit größten Fahrradparkhauses mit 6000 Stellplätzen eröffnet, das bis Ende kommenden Jahres auf 12 500 Abstellplätze erweitert werden soll. Der Anteil des Radverkehrs in der Stadt liegt jetzt schon bei 40 Prozent. Zwei Buslinien mit insgesamt 13 Fahrzeugen fahren derzeit schon elektrisch und werden bidirektional geladen, das heißt, sie können den gespeicherten Strom auch wieder ins Netz zurückspeisen. Derzeit entsteht ein neuer E-Busbetriebshof und die Flotte wird weiter ausgebaut.

Bidirektionales Laden von E-Carsharing-Fahrzeugen ist auch schon im 2500 Einwohner zählenden Stadtviertel Lombok Realität. Das örtliche Unternehmen Lomboxnet realisierte in enger Zusammenarbeit mit dem örtlichen Netzbetreiber ein eigenes Mikrogrid und installierte 2015 die weltweit ersten bidirektionalen E-Ladestationen, die mit Solarstrom gespeist werden. Unter dem Slogan „We Drive Solar“ sind dort 25 Renault Zoe als Carsharing-Fahrzeuge im Einsatz, die per PV-Dachanlagen im Viertel geladen werden und wieder zurückspeisen können. „Ziel ist, das Quartier möglichst weitgehend selbst mit Solarstrom zu versorgen und alle Dächer mit Photovoltaikanlagen auszurüsten“, so Lomboxnet-Geschäftsführer Robin Berg.

Smart Charging und Second-Life-Batterien

Unterstützt wird die Initiative von Renault. Das Unternehmen setzt nun auf sogenanntes Smart Charging und die Nutzung von „Second Life Batterien“ der E-Autos für lokale Speicheranwendungen, wie Electric-Vehicle-Programm-Direktor Eric Feunteun unterstrich. In einem Pilotprojekt bietet das Startup Jedlix Kunden bereits flexible Tarife für zeitversetztes netzstabilisierendes Laden ein. Renault ist zu 25 Prozent am Unternehmen beteiligt. Zudem werden seit kurzem die geleasten Auto-Speicherbatterien des Zoe bei einem Ladestand von 75 Prozent ausgetauscht und von Powervault für lokale Speicheranwendungen weitervertrieben. Der Kostenvorteil für die Endkunden liegt bei rund 30 Prozent, so Managing Director Joe Warren. (hcn)

STELLENMARKT

,

Social media

Folgen sie uns auf:
Facebook Twitter Xing

Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.