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12 September 2017 | 11:50

O-LKW im Südwesten im Realbetrieb

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (rechts) fachsimpelt am 11. September 2017 in Kuppenheim bei Karlsruhe vor einem Oberleitungs-LKW. Eine Bundesstraße bekommt im Murgtal eine mehrere Kilometer lange Oberleitungs-Teststrecke., Bild: Inga Wagner © BMUB
Bild: Inga Wagner © BMUB
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (rechts) fachsimpelt am 11. September 2017 in Kuppenheim bei Karlsruhe vor einem Oberleitungs-LKW. Eine Bundesstraße bekommt im Murgtal eine mehrere Kilometer lange Oberleitungs-Teststrecke.
Auf einer sechs Kilometer langen Teststrecke im Landkreis Rastatt sollen bald elektrische Lastwagen fahren, die ihren Strom von einer Oberleitung bekommen.

Mit rund 16,8 Mio. Euro fördert das Bundesumweltministerium das Pilotprojekt auf zwei Teilstücken der B 462 im Murgtal zwischen Gernsbach-Obertsrot und Kuppenheim. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergab am Montag einen Förderbescheid an Landesverkehrsminister Winfried Hermann. Der Testbetrieb soll Ende 2019 starten.

Auf der sechs Kilometer langen Pilotstrecke werden jährlich über 500 000 Tonnen Papier und Pappe rund um die Uhr, auch wochenends, von drei Papierherstellern in Obertsrot in ein Logistikzentrum nach Kuppenheim verbracht. Damit ergibt sich pro Kalendertag die hohe Anzahl von durchschnittlich 64 Umläufen. In Summe legen die O-Lkw damit pro Jahr über 250 000 km im Bereich der Oberleitungen zurück.

Test unter realen Bedingungen

Hendricks: „Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss auch der Straßengüterverkehr klimafreundlicher werden. Elektrisch betriebene Oberleitungs-LKW sind eine besonders interessante Lösung auf dem Weg zu einem klimaneutralen Güterverkehr. Sie sind sehr energieeffizient und ermöglichen mit wenig erneuerbarem Strom viele emissionsfreie Kilometer. Wir haben Oberleitungs-LKW auf einer nicht-öffentlichen Teststrecke bereits seit mehreren Jahren erprobt. Jetzt ist die Technologie reif für einen Test unter realen Bedingungen, eingebunden in die alltäglichen Fuhren von Logistik-Unternehmen."

Das Bundesumweltministerium fördert bereits seit Jahresbeginn den Aufbau von zwei Teststrecken für Elektro-LKW in Hessen und Schleswig-Holstein. Die neue Teststrecke wird das Erfahrungsspektrum nochmals deutlich ausweiten. Hierzu Hendricks: „Jede der drei Pilotstrecken hat ihre eigene Strecken- und Verkehrscharakteristik. In Baden-Württemberg wird das System erstmals auf einer Bundesstraße mit Ortsdurchfahrten erprobt. Die B 462 zeichnet sich zudem durch eine besondere Tallage aus. Die Teststrecke steht daher exemplarisch für die besonderen Anforderungen auf Bundesstraßen mit teilweise sehr anspruchsvollen straßenbaulichen Verhältnissen“.

Die Teststrecke im Murgtal bietet aber auch eine Entlastung der örtlichen Bevölkerung von den Auswirkungen des Schwerverkehrs: „Wenn wir auf der Teststrecke Diesel-LKW ersetzen, dann reduzieren wir damit den Ausstoß von Luftschadstoffen und den Verkehrslärm. Das dient nicht nur der Lebensqualität der Menschen vor Ort, sondern kann auch helfen, die Verkehrsanbindung solcher Firmenstandorte und damit die Standorte selbst langfristig zu sichern“, so die Ministerin.

Auch Netze BW beteiligt

Das Verkehrsministerium in Stuttgart als Vorhabenträger kooperiert bei diesem Pilotprojekt mit dem landeseigenen Nahverkehrsbetreiber SWEG, dem Landkreis Rastatt sowie dem Konsortium Forschung E-Way BW, das aus den Fraunhofer-Instituten für System- und Innovationsforschung (ISI) und für Chemische Technologie, der PTV Transport Consult GmbH sowie dem FZI Forschungszentrum Informatik besteht. Zu den Projektbeteiligten gehört auch der EnBW-Verteilnetzbetreiber Netze BW. (hcn)

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165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.