BVG elektrifiziert Busse und Fähren

Ab Herbst 2014 wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Elektrobusse einsetzen, die an Haltestellen kabellos aufgeladen werden.

Das System funktioniere im Prinzip wie eine elektrische Zahnbürste, die ihre Energie kabellos vom Ladegerät hole, wird im Bericht des "Tagesspiegels" erläutert. Die Technik für die induktive Stromübertragung beim Bus sei unsichtbar unter der Fahrbahnoberfläche und unter dem Fahrzeugboden angebracht. Eine unter dem Fahrzeug montierte Aufnahmespule wandele das von den Kabeln erzeugte magnetische Feld in elektrischen Strom um, der dann den Motor speise. Erst wenn der Bus das Ladesegment vollständig überdecke, starte der Ladevorgang automatisch, ansonsten bleibe das System unter der Fahrbahn tot.

Bisher scheitert der Einsatz der umweltfreundlichen Elektrobusse im Linienverkehr meist an der noch unzureichenden Kapazität der bisher entwickelten Batterien. Ein Nachladen auf dem Betriebshof macht den Einsatz umständlich und teuer. Wird die Batterie aber unterwegs geladen, kann der E-Bus wie ein herkömmliches Dieselfahrzeug eingesetzt werden, sagt Jérémie Desjardins von der Firma Bombardier, die das „Primove“ genannte System entwickelt hat. Es sei sowohl beim Bus als auch bei der Straßenbahn einsetzbar.

Die BVG hat angekündigt, ab Ende 2013 auch Fähren mit Elektroantrieb einzusetzen. Die Pufferung der Batterien erfolge über Solarzellen auf dem Dach der Fähren und über einen zusätzlichen Generator, der mit einem Rußfilter versehen sei. Bei genügender Sonneneinstrahlung ermögliche dieses System ein Fahren allein mit Solarenergie, bei schlechtem Wetter sichere der Generator die Einsatzbereitschaft des vorhandenen Batteriesatzes. Über Nacht würden die Batterien zusätzlich per Ladestrom aufgeladen. Der Einsatz von Elektrofähren sei in dieser Größe und Anzahl der Schiffe bisher einmalig in Deutschland. (ad)