Die Stawag-Ladesäule am Klosterplatz. (v.l.) Marcel Philipp (Oberbürgermeister), Rik W. De Doncker (ISEA der RWTH Aachen) Bernd Bauche (Gruppenleiter (DLR), Wilfried Ullrich (Vorstand der Stawag), Eva-Maria Jakobs (Institut Textlinguistik und Technikkommunikation an der RWTH Aachen), Maximilian Schwalm (Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH Aachen) und Tim Alers (DLR)
Bild:© Stadt Aachen/Timo Pappert

475 neue Ladesäulen für Aachen

Bis September 2020 sollen sie stehen, die 475 Ladesäulen. Bei der Umsetzung des Projekts kann die Stadt Aachen auf die Unterstützung erfahrener Projektpartner wie die Stawag bauen.

In Aachen startet eine Ausbauinitiative für E-Ladesäulen: Bis Herbst 2020 sollen 475 neue Ladepunkte installiert werden. Das Projekt der Stadt Aachen und ihren Projektpartnern heißt "Ausbau von Ladeinfrastruktur durch gezielte Netzunterstützung", kurz ALigN, und ist Teil des „Sofortprogramms Saubere Luft 2017-2020“ der Bundesregierung.

Die Säulen werden nicht nur im öffentlichen Raum errichtet. Aachener Unternehmen können sich an die Stadt wenden, wenn sie ihre Dienstflotten elektrifizieren wollen und Ladeinfrastruktur benötigen. Damit möchte die Stadt Aachen insbesondere Handwerksbetriebe, Taxen und Pflege- und Paketdienste ansprechen, denn diese unternehmen täglich eine hohe Zahl von Fahrten im Innenstadtbereich. "Ziel des Projektes ist die Senkung der Stickstoffdioxidbelastung in Aachen", stellt Oberbürgermeister Marcel Philipp klar. Es gebe die Möglichkeit, sich mit anderen Unternehmen Elektrofahrzeuge zu teilen.

Optimale Auslastung der Verteilnetze

Neben der Errichtung der Ladeinfrastruktur will das Projekt auch die optimale Auslastung der Verteilnetze erreichen. Aus diesem Grund ist die Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen) als Projektpartner mit an Bord. "Wir demonstrieren, wie sich mit Solid-State-Transformatoren und Batteriespeichern, die verfügbare Ladeleistung an den Ladesäulen über die aktuelle Kapazität des Stromversorgungsnetzes hinaus erhöhen lässt", erläutert Rik W. De Doncker vom Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) der RWTH Aachen.

Die Stadtwerke Aachen (Stawag) übernehmen den Betrieb der Ladeinfrastruktur. Mit bereits 90 Ladepunkten in Aachen können sie auf zehnjährige Erfahrung zurückblicken, die sie auch in das Projekt einfließen lassen wollen, berichtet Wilfried Ullrich, Vorstand der Stawag.

DLR unterstützt Antragssteller

Bei der Antragstellung wurden die ALigN-Projektpartner durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln unterstützt. "Wir fördern deutschlandweit insgesamt 15 Projekte. Dabei wurden solche Kommunen ausgewählt, deren Projekte die größte Aussicht auf ein verwertbares Ergebnis haben", beschreibt Bernd Bauche, Gruppenleiter beim DLR  das Konzept.

Aachen hätte deswegen gute Voraussetzungen gehabt, weil es schon sehr viel im Bereich der Elektromobilität gearbeitet habe, erklärt Bauche. Für ALigN beträgt die Förderquote 100 Prozent. Somit erhalten die RWTH und die Stadt Aachen zusammen 6,8 Mio Euro, davon gehen knapp 5,4 Mio. an die Stadt Aachen. (hol)