Neuer Schub für die Verkehrswende auf dem "Stadtwerkeforum Elektromobiltät" in Neumünster: 100 neue Ladesäulen für Schleswig-Holstein, noch in diesem Jahr.
© VSHEW

Schleswig-Holstein startet E-Mobilitätsoffensive

Strom aus Windkraft in Hülle und Fülle: Schleswig-Holstein will Potenzial nutzen und den öffentlichen Fuhrpark auf Elektroantriebe umstellen, sowie die Ladeinfrastruktur und die Sektorkoppelung ausbauen.

Schleswig-Holstein soll europäische Vorbildregion in Sachen klimafreundliche Mobilität werden: Dazu hat der Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) zum „2. Stadtwerkeforum Elektromobilität“ in Neumünster geladen.

Kommunale Energieversorger sind nicht nur Vorreiter der Verkehrswende, sondern tragen maßgebend zum flächendeckenden Ausbau einer Ladeinfrastruktur bei. Dementsprechend erfreulich war die Bestätigung von Monika Heinold, Finanzministerin von Schleswig-Holstein, dass noch in diesem Jahr bis zu 100 Ladesäulen an öffentlichen Liegenschaften installiert und 20 Prozent aller Neuanschaffungen für den öffentlichen Fuhrpark mit Elektroantrieb ausgestattet werden.

Ohne Sektorkoppelung, keine erfolgreiche Energie- und Verkehrswende

Für eine erfolgreiche Energie- und Verkehrswende muss das Potenzial der Sektorkoppelung deutlich mehr ausgeschöpft werden, erklärte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) gegenüber der dpa. Es gehe darum, mithilfe erneuerbarer Energien, die vor allem Strom liefern, alle Sektoren der Wirtschaft CO2-frei mit Energie zu versorgen. Dazu gehöre etwa die Umwandlung von Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff.

Vor dem Hintergrund des stockenden Netzausbaus gewinne die Sektorkoppelung zusätzlich an Relevanz, so Günther. Es koste den Bürger Hunderte Millionen Euro, wenn Windkraftanlagen abgeschaltet werden müssen – nur, weil der Strom aufgrund mangelnder Netzkapazitäten nicht abtransportiert werden könne.

Netze können für E-Mobilitätsoffensive aufgerüstet werden

Der Ausbau erneuerbarer Energien steht für Günther trotz Netzschwierigkeiten nicht in Frage. Dementsprechend befasst sich der Landtag am Mittwoch (25. April) mit der künftigen Regionalplanung der Windkraft an Land. Bis 2025 sollen zehn Gigawatt Windstrom an Land produziert werden, auch wenn die Landesregierung überlegt, die Abstände von Neuanlagen zu Wohngebieten auf 1000 Meter zu erhöhen. Der mangelnde Netzausbau und auch mögliche Neuregelungen für den Zubau von Windenergieanlagen sind für die E-Mobilitätsoffensive des VSHEW vorerst kein Problem: „In den Kommunen Schleswig-Holsteins wird auf absehbare Zeit höchstens jedes zweite Auto einen Elektroantrieb besitzen. Dafür könnten die Netze hinreichend aufgerüstet werden. Ausfälle oder Qualitätseinbußen sind dann nicht zu befürchten“, versicherte Jens Zeidler, Geschäftsführer des Erfurter Beratungsunternehmens NEW-Grid Management Consult. (ls)