SUV und Geländewagen finden immer mehr Käufer. Die großvolumigen Motoren erhöhen die CO2-Emissionen und bringen damit die Hersteller in die Bredouille. Bild: © Günter Hommes/pixelio.de

Autokäufer greifen vermehrt zum alternativen Antrieb

Durch den Diesel-Skandal ist der Anteil alternativer Antriebe an den Neuzulassungen bis Ende September auf 5,1 Prozent gestiegen.

Der Markt für Autos mit alternativen Antrieben befindet sich auf Wachstumskurs: In den ersten drei Quartalen 2018 hat sich die Zahl der Neuzulassungen von Elektro-, Hybrid-, Flüssiggas- und Erdgasantrieben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 60,8 Prozent erhöht. Es sind dies 135.278 Autos, berichtet die Deutsche Energieagentur (Dena) und bezieht sich auf den Dena-Monitoringbericht „Alternative Antriebe in Deutschland“.

Der Anteil alternativer Antriebe an den Neuzulassungen stieg damit bis Ende September auf 5,1 Prozent. Im Jahr 2015 lag der Wert bei 1,7 Prozent. Als Grund gibt die Dena die geringere Kauflust der Bürger für Dieselfahrzeuge an. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen CO2-Emissionen der neuzugelassenen Autos deutlich an.

Starke Nachfrage nach Erdgas-Fahrzeugen

Insgesamt stieg die Zahl der Neuzulassungen aller Autos bis September dieses Jahres um 2,4 Prozent auf 2,67 Mio. Fahrzeuge. Reine Batteriefahrzeugen erfuhren ein Nachfrageplus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 46 Prozent auf jetzt 24.574 Autos. Bei Vollhybriden stieg die Zahl der Käufer um 74 Prozent (71.746 Fahrzeuge), bei Plug-in-Hybriden um 22 Prozent (25.567 Fahrzeuge). Das größte Wachstum gab es bei Erdgasfahrzeugen: Mit 10.057 Autos stieg die Zahl der Neuzulassungen um 390 Prozent.

Der Anteil neu zugelassener Diesel-Autos sank in den ersten drei Quartalen 2018 um 20,7 Prozent; ihr Marktanteil beträgt somit 32 Prozent (Quartale 1-3 2017: 40,3 Prozent). Gründe für den deutlichen Rückgang sind vor allem der Abgas-Skandal im Jahr 2015 und die Diskussion um mögliche Fahrverbote, erläuterte die Dena. Seitdem sei der Anteil der Diesel-Neuzulassungen um insgesamt 16 Prozentpunkte gesunken.

Nachfage nach SUV und Geländewagen steigt

Die CO2-Emissionen der Neuzulassungen in Deutschland stiegen weiter an. Wurden 2017 im Durchschnitt 127,9 Gramm CO2 pro Kilometer ausgestoßen, waren es in den ersten drei Quartalen 2018 130,2 Gramm CO2 pro Kilometer. Ursachen hierfür sind aus Sicht der Dena die steigenden Neuzulassungen von Fahrzeugen in den größeren Segmenten (SUV und Geländewagen) und der Trend zu Fahrzeugen mit höheren Motorleistungen. Die Emissionen der in Deutschland neu zugelassenen Pkw sind deutlich höher als der europäische Durchschnitt (2017: 118,5 Gramm CO2 pro Kilometer). Die EU gibt vor, die durchschnittlichen CO2-Emissionen der europäischen Neuwagenflotte bis 2021 auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer zu senken. (al)