Immer mehr Elektrotransporter kommen auf den Markt, die sich auch für Kommunalunternehmen eignen.
Bild: © Renault

Elektrisch und vielseitig

Der Wandel in der urbanen Mobilität schreitet stetig voran. Obwohl heute noch die meisten Lieferfahrzeuge von einem Dieselmotor angetrieben werden, steigt das Interesse gewerblicher Kunden wie auch kommunaler Unternehmen nach Nutzfahrzeugen mit Elektroantrieb. Gründe hierfür sind neben den immer wieder diskutierten Dieselfahrverboten, aber auch CO2-Einschränkungen.

Wie auch im Pkw-Bereich kommen immer mehr Nutzfahrzeugmodelle auf den Markt, die sich für Handwerker, Kurier- und Paketdienstleister sowie kommunaler Unternehmen eignen. Bereits 2017 hat eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey festgestellt, dass kleinere Elektro-Transporter bis 7,5 Tonnen – bei den Kosten auf den Gesamtlebenszyklus gerechnet – genauso attraktiv wie Dieselmodelle sind. Und zwar im Stadt- und Nahverkehr sowie auf Kurzstecken. Am effektivsten seien Transporter & Co. bei rund 200 Kilometer Fahrleistung pro Tag eingesetzt. Durch größere Batteriekapazitäten sind inzwischen schon reale Reichweiten von mehr als 300 km möglich.

Teure Anschaffung, günstiger Unterhalt

Obwohl die meisten Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb selbst nach Abzug der Fördermittel in der Anschaffung derzeit noch ein wenig teurer als entsprechende Dieselmodelle sind, werden Elektro-Nutzfahrzeuge aufgrund von diversen Prämien, Steuervorteilen und auch geringeren Betriebskosten immer interessanter. Letztere sind der größte Brocken bei der Kostenrechnung gewerblich genutzter Fahrzeuge, worunter Kraftstoff, Service, Wartung und Reparaturen fallen.

E-Transporter profitieren vom günstigen Strompreis für Gewerbekunden, der im Jahr 2019 im Schnitt bei 15,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) lag und das Fahren preiswerter als mit herkömmlichem Kraftstoff macht. So braucht beispielsweise der Kastenwagen Nissan e-NV200 etwa 17 kWh Strom pro 100 Kilometer.

Weil Elektromotoren weder Motoröl- und Filterwechsel, Kupplung oder Auspuff benötigen, gelten Elektrofahrzeuge als weniger wartungs- und reperaturintensiv. Die regelmäßigen Fahrten von Nutzfahrzeugen sind ein deutlicher Vorteil, denn je mehr Kilometer das Elektroauto zurücklegt, desto schneller amortisiert sich die Anschaffung gegenüber Benziner und Diesel.

Das Portfolio wächst

Das Portfolio an reinelektrischen Nutzfahrzeugen steigt stetig. So sind die Großraumtransporter von Mercedes-Benz Vans und Volkswagen Nutzfahrzeuge schon längst auf den Straßen zu sehen.

Auch Renault bietet mit dem Master Z.E. längst eine Serienversion des großen Lieferwagens an. Vor wenigen Tagen wurde für den Franzosen auch eine Variante als Fahrgestell vorgestellt: Der Elektrotransporter ist sowohl in der neuen Variante sowie als Kastenwagen und als Plattform-Fahrgestell mit höherem zulässigem Gesamtgewicht von 3,5t und einer Nutzlast von bis 1.700 Kilogramm vor Umbau erhältlich. Die neuen Versionen vom Master Z.E. sind in Europa ab Herbst verfügbar und bieten noch mehr Möglichkeiten für verschiedenste Aufbauten.

Nicht zuletzt wurde bekannt, dass auch Fiat Professional seinen Großraumtransporter künftig mit reinelektrischem Antrieb anbieten wird: Der E-Ducato wird in allen Aufbauvarianten mit dem gleichen Ladevolumen wie der konventionelle Ducato von zehn bis 17 Kubikmetern und einer Nutzlast von bis zu 1.950 Kilogramm zu haben sein.

Dieser Text ist auf dem Portal www.flotte.de erschienen. Wenn Sie Interesse an Meldungen über Flottenmanagement haben, können Sie den wöchentlichen Newsletter abonnieren.