Iserlohn kooperiert mit Ubitricity

Bei der innovativen Lösung Smartcable wandert alle wichtige Technologie ins Kabel.

Die Stadt Iserlohn wird Modellkommune für Elektromobilität: An 17 verschiedenen Orten können schon bald Besitzer und Mieter von Elektrofahrzeugen innerhalb der Stadt ihren Heimatstrom auftanken, ohne sich um eine komplizierte Abrechnung vor Ort zu sorgen. Dahinter steht das simple Ladekonzept der Firma Ubitricity.

Autofahrer nehmen ihr intelligentes Ladekabel "Smartcable" mit ihrem Stromvertrag zu jedem Ladepunkt mit – die Autorisierung und Freischaltung sowie die Datenübermittlung zur Rechnungsstellung werden vom System automatisch übernommen. "Ich freue mich, dass wir beim Ausbau von Infrastruktur für Elektroautos neue Wege gehen und damit eine Vorreiterrolle für bezahlbare Elektromobilität in Deutschland übernehmen," sagt Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens.

Die Stadtwerke Iserlohn starteten das Pilotprojekt mit dem Berliner Start-up-Unternehmen Ubitricity, das mit seinem zukunftsweisenden System international aufhorchen ließ. "Bei Ubitricity hat uns von Anfang an die Möglichkeit fasziniert, den Strom von Iserlohn aus überall hin mitzunehmen," so Reiner Timmreck, Geschäftsführer der Stadtwerke Iserlohn am Mittwoch (30. Sept. 15) bei der offiziellen Inbetriebnahme des ersten Ladepunktes am Parkplatz Trift.

Sowohl die Stadt als auch die Stadtwerke sind am Pilotprojekt gleichermaßen beteiligt – die Stadtwerke stellen den Sauerlandstrom bereit, die Stadt die Infrastruktur. "Wir begrüßen es sehr, dass der Rat der Stadt Iserlohn in seiner Sitzung am 22. September den Aktionsplan Elektromobilität beschlossen hat", so Timmreck.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Planes ist der Ausbau der Infrastruktur zum Laden von Elektroautos, die dadurch an Attraktivität gewinnen sollen. Die Ladepunkte in Verbindung mit dem intelligenten Ladekabel seien ein weiterer Schritt in der Strategie, Straßenlärm und Abgasbelastung in Iserlohn zu verringern. Das Smartcable enthält alle Technologien zur Freischaltung, Messung und Datenübertragung und bildet damit das Herzstück des Systems. Durch die Verlagerung der aufwendigen und kostspieligen Technologie ins Kabel werden bei Ubitricity Ladepunkte auf einfache schaltbare Systemsteckdosen reduziert. Die Authentifizierung erfolgt zu Beginn des Ladevorgangs automatisch – dann wird der Ladepunkt freigeschaltet und Strom fließt. Geladen wird dabei immer der vom Autofahrer ausgewählte Strom zum vertragsbedingten Tarif. Die Verbrauchsdaten werden automatisch via Mobilfunk übertragen. Mit einer Web-App kann jederzeit auf die Daten zugegriffen werden – egal ob in Iserlohn, Berlin oder einer anderen Stadt in Deutschland. Ladepunkte können, wie von der Stadt Iserlohn, ohne hohe Kosten für die Installation aufgebaut und nahezu ohne laufende Kosten betrieben werden.

"Mit unseren neuen Lösungen zum Laden und Abrechnen für E-Mobilität haben wir den Grundstein für die flächendeckend bezahlbare und nachhaltige Versorgung von Elektrofahrzeugen gelegt", erläutert Ubitricity-Mitgründer und Geschäftsführer Dr. Frank Pawlitschek. "Die Technologie bietet perspektivisch über das Smartcable sogar die Möglichkeit, regenerativ erzeugten Strom, z. B. von der Photovoltaikanlage auf dem eigenen Hausdach, an anderen Orten zu laden – beispielsweise bei der Arbeit oder auf Reisen in andere Städte". (al)