Das elektrische Abfallsammelfahrzeug der Stadtwerke Erfurt
Bild: © Elerra

Alte Verbrenner unter Strom setzen

Thüringen erweitert die E-Mobil-Förderung. Es gibt mehr Geld für die Umrüstung von Nutzfahrzeugen, außerdem können sich auch Vereine und Genossenschaften bewerben.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund hat die überarbeitete Förderrichtlinie ihres Hauses für Elektromobilität vorgestellt. Mit "E-Mobil Invest" unterstützt das Umweltministerium nun auch gemeinnützige Vereine, Wohnungsbaugenossenschaften und Wohlfahrtsverbände beim Umstellen der Fahrzeugflotte auf Elektromobilität. Bislang war die Förderung kommunalen Unternehmen vorbehalten.

In der Erfurter Werkhalle des Fahrzeugbauers Elerra Motiv übergab die Ministerin ein umgerüstetes Abfall-Sammelfahrzeug an die Stadtwerke Erfurt. Es ist das erste elektrisch angetriebene Entsorgungsfahrzeug des Kommunalunternehmens. Der Abfallsammler fährt ab Sommer durch Fußgängerzonen und Parks. Dort wird er zum Leeren von Papierkörben genutzt. Das Thüringer Umweltministerium hat die Umrüstung auf den emissionsarmen Antrieb mit 15.000 Euro unterstützt.

Auch die Hydraulik wird elektrifiziert

Aus einem Crafter der Stadtwerke mit Spezial-Aufbau einer Hydraulikpresse zur Papierkorbentleerung macht Elerra ein rein elektrisches Fahrzeug. Der ehemalige Verbrenner, der eine Laufleistung von 260.000 km hat, wird vollständig elektrifiziert – nicht nur der Motor wird per Strom betrieben, sondern auch die Hydraulik.

Den Stadtwerken reichte eine Batteriekapazität von 43 kWh, die Reichweite liegt damit bei ungefähr 150 km. Außerdem wurde eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h programmiert, um den Batterieverbrauch zu begrenzen.

Die überarbeitete Förderrichtlinie in Thüringen tritt Anfang Juni in Kraft und kombiniert etablierte und neue Förder-Instrumente, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Stärker als bisher unterstützt wird die Umrüstung vorhandener Nutzfahrzeuge im Unternehmens-Fuhrpark – wie eben bei den Stadtwerken Erfurt. Damit können ältere Fahrzeuge mit schlechten Abgaswerten zum sauberen und klimaneutralen E-Fahrzeug umgebaut werden. Der Umbau wird mit bis zu 40 Prozent gefördert. Für Nutzfahrzeuge bis 7,5 t zul. Gesamtgewicht sind maximal 20.000 Euro möglich, für schwere Nutzfahrzeuge über dieser Grenze sind maximal 100.000 Euro Zuschuss drin.

Bislang gab es nur Geld für Kommunalunternehmen

Mit dem Fördertopf unterstützt das Umweltministerium nun erstmals auch gemeinnützige Vereine, Wohnungsbaugenossenschaften und Wohlfahrtsverbände beim Umstellen der Fahrzeugflotte auf Elektromobilität. Im laufenden Haushalt stehen dafür bis zu 400.000 Euro zur Verfügung. Bislang war die Förderung kommunalen Unternehmen vorbehalten. (wa)