Autokonzerne machen ernst mit Ladenetz

Führende Automobilkonzerne wollen ein europaweites Schnellladesystem ausbauen. Ziel ist die Etablierung der E-Mobilität im Massenmarkt.

Vor mehreren Wochen spekulierten bereits große Tageszeitungen über den Aufbau eines großen Netzes von typenunabhängigen Schnellladestationen an den Autobahnen (siehe auch "Tank und Rast plant 390 Schnellladestationen"). Seit gestern ist es nun offiziell: Die Autokonzerne BMW, Daimler, VW, Audi, Porsche und Ford wollen ab kommendem Jahr mit dem Aufbau eines europaweiten Schnellladenetzes für Elektroautos beginnen. Dieses soll in einem ersten Schritt circa 400 Standorte umfassen, bis 2020 sollen Kunden Zugang zu Tausenden von Hochleistungsladepunkten an Autobahnen und stark befahrenen Durchgangsstraßen haben.

Die geplante Infrastruktur soll auf dem Combined Charging System-Standard (CCS) basieren. Diese ermöglicht das Schnellladen mit einer Kapazität von bis zu 350 kW. Alle Fahrzeuge, die mit dem CSS Standard ausgerüstet sind, sollen markenunabhängig das Ladenetz nutzen können. Dies soll helfen, die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen in Europa deutlich zu erhöhen. "Zusammen mit unseren Partnern bauen wir die leistungsfähigste Ladeinfrastruktur in Europa auf", sagt Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. Die Verfügbarkeit von Schnellladesäulen ermögliche erstmals Langstrecken-E-Mobilität. Dies werde dazu beitragen, dass sich immer mehr Kunden für ein Elektrofahrzeug entscheiden.

Das Projekt soll im Rahmen eines Joint-Ventures umgesetzt werden, an dem sich alle Gründungspartner gleichberechtigt beteiligen. Weitere Autohersteller und auch regionale Partner können sich an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligen. (hoe)