Bomba:"E-Mobilität wird umgesetzt wie das Handy"

Bisher mangele es in Deutschland an einem Gebrauchtwagenmarkt für E-Mobile. Vor allem kommunale Akteure seien hier gefragt, so BMVI-Staatssekretär Bomba.

Am Dienstag (27. Jan. 15) fand in Offenbach am Main die zweite bundesweite Fachkonferenz „Elektromobilität vor Ort“ des BMVI (Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur) statt. Koordiniert wird die Tagung mit ca. 350 Teilnehmern von der Now GmbH (Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie) gemeinsam mit der Projektleitstelle der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main der Stadtwerke Offenbach Holding.

Seit 2009 ist die Projektleitstelle bei der Stadtwerke Offenbach Holding angesiedelt. Die Zahl der E-Fahrzeuge nehme seither in Offenbach kontinuierlich zu, in der Innenstadt habe man vor einigen Jahren eine Auto- und Fahrradverleihstation positionieren können. Laut Bürgermeister Peter Schneider (Bündnis 90/Grüne) sollen weitere Ladestationen folgen.

Für Rainer Bomba, Staatssekretär im BMVI, ist die entscheidende Frage, wie es gelingen kann das „Jahrhundertthema“ Elektromobilität in die Fläche zu tragen. Von elementarer Bedeutung für den Durchbruch seien zunächst einmal billigere Fahrzeuge. Hier müsse man in Preiskategorien kommen, die sich jeder leisten kann.

Dass es noch keinen Gebrauchtwagenmarkt gibt, sei eine weitere Hürde. Deshalb müsse es von 2015 an mehr Unterstützung in Richtung des Fahrzeugkaufs geben. Dabei wolle man vor allem kommunale Akteure in den Fokus nehmen. Zahlreiche Modellversuche hätten zumindest gezeigt, dass E-Mobilität schon lange keine Vision mehr ist. Obwohl man schleppender vorankäme als zunächst gedacht, prophezeit Bomba. „Die E-Mobilität wird umgesetzt werden wie seinerzeit das Handy.“

Der hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Grüne) weist darauf hin, dass auch das Land Hessen seit 2013 6,5 Mio. € für E-Mobilitätsprojekte bereitgestellt habe. Insgesamt seien in den vergangenen Jahren allein in Hessen Vorhaben im Umfang von 40 Mio. € umgesetzt worden. Zwar könne die Politik Anreize setzen, der Erfolg hänge aber schließlich von der Akzeptanz der Nutzer ab. In diesem Zusammenhang weist er auf einen Bereich der E-Mobilität hin, der unerkannt schon längst läuft, den funktionierenden Pedelec-Markt. Der nächste Schritt müsse nun von Verkehrsbetrieben und Flottenbetreibern gegangen werden. (msz)