Die neue Technologie soll Batterien vor dem Altern schützen.
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Bosch verlängert das Leben von Elektroauto-Batterien

Das schwäbische Unternehmen entwickelte eine Software, welche die Lebensdauer von Batterien erweitert. Bosch nutzt dafür Schwarmintelligenz und die Cloudtechnologien.

Stress lässt Zellen schneller altern: Was Genforscher für Körperzellen schon längst bewiesen haben, gilt auch für die Batteriezellen von Elektroautos. Denn mit dem Alter nehmen Leistung und Kapazität der Akkus und somit die Reichweite der Stromer ab. Damit die Batterien länger halten, entwickelt Bosch neue Cloud-Dienste, die das Batteriemanagement der Fahrzeuge ergänzen. „Bosch bringt die Batterien von Elektroautos in die Cloud. Mit neuen datenbasierten Services verbessern wir Leistung und Lebensdauer der Akkus deutlich“, sagt Markus Heyn, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH.

Die Lebensdauer heutiger Batterien mit Lithium-Ionen-Technik veranschlagen Experten im Schnitt mit acht bis zehn Jahren und 500 bis 1000 Ladezyklen. Garantiert wird meist eine Laufleistung zwischen 100.000 bis 160.000 Kilometern. Doch Schnellladen, viele Ladezyklen, eine allzu sportliche Fahrweise und zu hohe beziehungsweise zu niedrige Temperaturen sind Stress für die Akkus. Das lässt sie vorzeitig altern. Aufgabe der cloudbasierten Services von Bosch ist es, solche Stressauslöser zu erkennen und etwas dagegen zu tun.

Software misst Daten in Echtzeit

Dafür gelangen zunächst alle für die Batterie relevanten Daten – beispielsweise aktuelle Umgebungstemperatur und Ladeverhalten – in Echtzeit in eine Cloud. Dort kommen mit maschinellen Lernverfahren erzeugte Algorithmen zum Einsatz, die die Informationen auswerten. Damit wird nicht nur der aktuelle Zustand der Batterien dargestellt, sondern es kann auch erstmals eine verlässliche Prognose über die noch verbleibende Lebensdauer und Leistungsfähigkeit der Akkus geben.

Das ist ein Novum, denn bisher ist eine Vorhersage, wie schnell sich die Batterien in Elektroautos abnutzen, noch nicht akkurat möglich. „Leistungsfähige Batterien mit langer Lebensdauer werden die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität weiter erhöhen“, sagt Heyn. Des Weiteren nutzen die smarten Softwarefunktionen das Schwarm-Prinzip. Denn die zur Analyse eingesetzten Algorithmen werten immer die Daten der gesamten Fahrzeugflotte aus, nicht nur einzelner Fahrzeuge. Diese Schwarmintelligenz ist der Schlüssel dafür, weitere Stressfaktoren für die Fahrzeug-Akkus schneller zu erkennen.

Erster Kunde kommt aus China

Erster Kunde der neuen Services, die Bosch unter dem Oberbegriff „Battery in the Cloud“ zusammenfasst, ist der chinesische Mobilitätsanbieter Didi. Die Cloud-Dienste sollen die Batterieleistung der Elektrofahrzeugflotte des Unternehmens verbessern. Davon profitieren sowohl die Autofahrer als auch die Flottenbetreiber der Mobilitätsplattform. (bh)