Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ist immer noch gering.
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Bundesregierung denkt über Verlängerung der E-Förderung nach

Der Volkswagen-Konzern rechnet mit einer stärkeren Förderung der Elektromobilität und einer Ausweitung von Steueranreizen bis ins nächste Jahrzehnt.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) wolle "Bedingungen festlegen für eine steuerliche Förderung von batterieelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden, die längerfristig angelegt sind", sagte der Cheflobbyist des VW-Konzerns, Thomas Steg, dem "Tagesspiegel" (Sonntag).

"Eine über Jahre verlässlich errichtete Förderkulisse schafft Vertrauen", sagte der frühere Regierungssprecher. Nach "Tagesspiegel"-Informationen gibt es im Finanzministerium Überlegungen, die Förderung bis ins Jahr 2030 aufrecht zu erhalten. Im Finanzministerium war dazu am Sonntag keine Stellungnahme zu erhalten.

Forderungskatalog sorgte für Unruhe

Volkswagen hatte mit einem Forderungskatalog für Unruhe in der Branche gesorgt. Der größte Autobauer der Welt sprach sich unter anderem für eine Förderung elektrischer Kleinwagen aus – zum Ärger der Wettbewerber BMW und Daimler, die vor allem Fahrzeuge der Ober- und Luxusklasse produzieren. Nach offenem Streit einigten sich VW, BMW und Daimler, dass E-Mobilität Priorität habe. In der Startphase könnten reine E-Autos und Plug-in-Hybride gefördert werden.

Die Nachfrage nach Elektroautos in Deutschland ist immer noch gering. Hauptgrund sind der vergleichsweise hohe Preis der Fahrzeuge sowie eine unzureichende Lade-Infrastruktur. Auch aus Klimaschutzgründen soll die Elektromobilität aber ausgebaut werden.

Steuer-Förderung für Dienstwagen

Mitte Februar hatte Scholz angekündigt, E-Autos als Dienstwagen länger steuerlich zu fördern als bisher geplant. Er verwies darauf, dass die Hälfte aller Autos in Deutschland als Dienstwagen verkauft werde. Er habe sich daher entschlossen, dass die Steuer-Förderung von Elektroautos und Plug-in-Hybriden als Dienstwagen nicht 2021 ende, sondern vielleicht über das ganze nächste Jahrzehnt ausgedehnt werde, sagte Scholz in einem Interview.

Er erwäge auch eine Ausweitung auf Lieferwagen mit Elektroantrieb, die innerstädtisch unterwegs sind.

Toyota setzt auf die Brennstoffzelle

Der japanische Autobauer und VW-Rivale Toyota setzt bei alternativen Antriebsarten weiter auf die Brennstoffzellen-Technologie. "Wir müssen jetzt mit der Brennstoffzelle anfangen, nicht irgendwann später", sagte Konzernsprecher Hisashi Nakai der "Welt am Sonntag".

In einer Brennstoffzelle reagiert ein Brennstoff – meist Wasserstoff, es gibt aber auch andere – mit Sauerstoff, wodurch elektrische Energie freigesetzt wird. Dieser Antrieb der Zukunft für Autos hat sich bisher aber noch nicht wirklich durchsetzen können.

"Auch Kompaktautos mit Brennstoffzellen"

Toyota glaubt den Angaben zufolge, dass die Kosten mit steigender Marktdurchdringung so sinken, dass auch Wasserstoff-Modelle unterhalb von Mittel- und Oberklasse konkurrenzfähig werden: "Auch wenn wir Zeit brauchen, es wird auch Kompaktautos mit Brennstoffzellen geben", sagte Toyota-Sprecher Nakai. Toyota baut unter anderem den Prius. Zur Gruppe gehören auch der Kleinwagenspezialist Daihatsu und der Nutzfahrzeughersteller Hino. (dpa/hil)