Anfang Dezember wurde in Lobeda die vorerst letzte Ladesäule eingeweiht (von links): Denis Peisker als Schirmherr des Projektes „Elektromobilität für Jena 2030“, Roland Bak, Leiter Technisches Management bei jenawohnen, Lobedas Ortsteilbürgermeister Volker Blumentritt und Matthias Stüwe, Projektleiter Elektromobilität bei den Stadtwerken Energie.
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Ladesäulenausbau: Jena zieht positive Jahresbilanz

Bis 2030 soll die Ladesäuleninfrastruktur in Jena so weit ausgebaut sein, dass mindestens 10000 Elektroautos damit "betankt" werden können. Die Voraussetzungen dafür schafft eine kommunale Projektrgruppe mit allen wichtigen Stakeholdern unter Führung der Stadtwerke.

50 neue Ladepunkte wurden im abgelaufenen Jahr in Jena installiert, 170000  Euro investiert. Im Jahr 2030 sollen mindestens 10000 Elektroautos durch die Thüringer Universitätsstadt rollen können. Die Voraussetzungen dafür schafft seit knapp zwei Jahren die kommunale Projektgruppe "Elektromobilität Jena 2030". Diese bringt neben den Stadtwerke-Unternehmen Entscheider aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Forschung, Wohnungsgesellschaften und städtischen Eigenbetrieben an einen Tisch.

Großes Interesse der Wohnungswirtschaft

"Vor allem beim Ausbau der Ladeinfrastruktur sind wir ein gutes Stück vorangekommen", blickt Projektleiter André Kliem zufrieden auf 2018 zurück:. Die Wohnungswirtschaft und die Gewerbetreibendenden setzten zunehmend auf das Thema Elektromobilität, da das Fahren mit Strom Potenzial für Mieter, Kunden und Mitarbeiter biete. Elektromobilität halte zudem Einzug in die öffentlichen Bereiche, Wohngebiete und Dienstwagenflotten. Von den bisher insgesamt 38 öffentlichen Ladepunkten der Stadtwerke sind 24 in Wohngebieten zu finden. Weitere Ladepunkte befinden sich beispielsweise bei Gewerbeunternehmen, Instituten, Hotels und Restaurants. Im kommenden Jahr wollen die Stadtwerke Jena die Ladeinfrastruktur weiter ausbauen. Für das "Tanken" der anvisierten 10000 Elektroautos müsste die Zahl der Ladepunkte in Jena auf 1000 öffentliche und halb-öffentliche sowie auf 4000 bis 5000 private und gewerbliche Ladepunkte anwachsen.

Netz wird auf erhöhtes Ladeaufkomen vorbereitet

In der letzten Novembersitzung hat Jenas Stadtrat das Projekt "Elektromobilität Jena 2030" um zwei Jahre verlängert und erteilte grünes Licht, weitere konkrete Maßnahmen umzusetzen. Unter anderem gelte es, das öffentliche Stromnetz auf das erhöhte Ladeaufkommen vorzubereiten und eine intelligente Steuerung der Ladevorgänge zu entwickeln. Stadtverwaltung und Stadtwerke Jena wollen nach einem festen Kriterienkatalog bis zum Jahr 2030 die eigenen Fuhrparks elektrifizieren. Ein weiterer Baustein im Projekt zielt auf die komplette Umstellung der Busflotte des Jenaer Nahverkehrs auf Elektro-Busse ab. Ende 2019 sollen auf der Linie 15 die ersten drei Elektrobusse durch die Stadt rollen.

Freiwillige Selbstverpflichtung

In einer freiwilligen Selbstverpflichtung bekannten sich Stadt und Stadtwerke in diesem Jahr dazu, Elektromobilität in alle zukünftigen Bauvorhaben in Jena mit einzubeziehen. Dazu gehören zum Beispiel separate Versorgungsleitungen für Ladepunkte, das Verlegen von Leerrohren bis an die Stellplätze oder auch Platzhalter für die Nachrüstung zusätzlicher Trafos. "Jena entwickelt sich in den kommenden Jahren durch verschiedene Großbauprojekte stark weiter. Dass umweltfreundliche Mobilität bei allen Vorhaben ein fester Platz eingeräumt wird, ist ein wichtiges Signa", sagt André Kliem. Auch für die sich wandelnde Innenstadt möchte die Projektgruppe gemeinsam mit der Initiative Innenstadt ein eigenes Ladekonzept entwickeln. Den aktuellen Projektbericht zu „Elektromobilität Jena 2030“ finden Sie hier. (hoe)