Bild: © SWSee

Dichtes Netz mit hässlicher Kehrseite

13 500 Ladepunkte für Elektroautos meldet der BDEW - an manchen wir aber nur drei Mal täglich aufgeladen.

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird mit Hochdruck vorangetrieben, zeigen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Allein innerhalb des letzten Jahres gab es einen Zuwachs von 25 Prozent. Inzwischen zählt der Verband rund 13 500 öffentliche Ladepunkte an 6700 Säulen.

Mehr als drei Viertel der Ladepunkte werden von Energieunternehmen betrieben. In einigen Städten sei die Abdeckung bereits so hoch, dass sich gerade eine Handvoll Autos einen Ladepunkt teilen, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Die Autoindustrie ist am Zug

Die Kehrseite: An Stationen, die mehrere tausend Euro kosten, finden teilweise nicht einmal drei Ladevorgänge am Tag statt, heißt es beim BDEW. Der Durchbruch der Elektromobilität könne erst gelingen, wenn die Automobilindustrie endlich Modelle auf den Markt bringt, die in Preis und Leistung mit Verbrennern konkurrieren können, so Kapferer. Angebote im Premiumsegment seien keine Lösung. Da mehr als 80 Prozent der Ladevorgänge zuhause oder am Arbeitsplatz stattfinden, sei zudem wichtig, dass der Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur erleichtert wird.

Hamburg belegt im Städte-Ranking mit 785 öffentlich zugänglichen Ladepunkten den ersten Platz vor Berlin mit 743 Ladepunkten. Mit deutlichem Abstand folgen München (392), Stuttgart (382) und Düsseldorf (209 ). Im Vergleich der Bundesländer liegen Bayern (2715), Nordrhein-Westfalen (2345), Baden-Württemberg (2205), Hessen (1179) und Niedersachsen (1172) vorne. (wa)