Acht E-Gelenkbusse des Herstellers VDL, die im vergangenen Jahr beim Weltkongresses der UITP, dem Internationalen Verband des öffentlichen Verkehrswesens, in Mailand erstmals vorgestellt wurden, gehen nun bei der KVB in den Testbetrieb. Bilder : Bildschön /KVB

Förderung für E-Busse soll kommen

Das Bundesumweltministerium plant, ein Förderprogramm für die Anschaffung von Elektrobussen aufzulegen.

Dies kündigte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks heute anlässlich des Starts des Testbetriebs von acht Elektro-Bussen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) an. „Die entsprechenden Förderkonditionen werden derzeit erarbeitet“, sagte Hendricks. Das Förderprogramm werde „voraussichtlich noch im Jahr 2016“ starten.

Martin Schmitz, Geschäftsführer Technik im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßte die Initiative. Eine Förderung des Markthochlaufs sei nötig, um die „erheblichen Mehrinvestitionen“ für den Einsatz von E-Bussen teilweise zu kompensieren. Mit Anschaffungskosten von rund 700 000 Euro sei ein Elektrobus derzeit ungefähr doppelt so teuer wie ein Dieselbus. Dazu kämen weitere Zusatzkosten für Ersatzbatterien, die Umrüstung von Betriebshöfen und Werkstätten sowie für zusätzliches Personal. Betrachte man die gesamte Nutzungsdauer sei ein Elektrobus circa 49 bis 60 Euro/100 km teurer als ein Dieselbus.

Der VDV schlägt deshalb eine kombinierte öffentliche Förderung bis 2020 in Höhe von 30 Millionen Euro jährlich vor. Der Bund solle 40 Prozent der Mehrinvestitionen des alternativen Antriebs übernehmen, die Länder 80 Prozent der Kosten der nötigen Ladeinfrastruktur sowie der Umrüstung von Betriebshöfen und Werkstätten. 30 Mitgliedsunternehmen des VDV hätten bereits signalisiert, unter entsprechenden Voraussetzungen insgesamt 550 Elektrobusse zu beschaffen, dies entspreche einer Schadstoffentlastung von etwa 55 000 privaten Elektroautos. Auf diese Weise könne in den kommenden vier Jahren eine weitere, nennenswerte lokale Schadstoffreduktion vor allem in den Ballungsräumen und Städten erreicht werden.

Auch die ehrgeizigen Klimaziele von Paris seien nur mit einer Verkehrswende zugunsten des öffentlichen Verkehrs zu erreichen. „Ein wichtiger Bestandteil ist dabei der Ausbau der Elektromobilität im ÖPNV auf Basis regenerativer Energien“, unterstrich Schmitz. Bereits in 21 Städten würden deutsche Verkehrsunternehmen Elektrobusprojekte erproben.

Mit dem Testbetrieb der acht E-Gelenkbusse der KVB werde „ein neues Kapitel beim Umbau der Linienbusflotten in den Kommunen in Deutschland aufgeschlagen“, lobte Hendricks. Wenn der Strom für die E-Busse, wie in Köln zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stamme, sei auch gewährleistet, dass die Fahrzeuge ganzheitlich betrachtet emissionsfrei fahren. (hcn)