Highlight der Ladetechnologien des "IISB-ONE" ist ein induktives Ladesystem an der Fahrzeugfront, mit dem ein kontaktloses Laden mit bis zu 3,5 kW möglich ist. Bild: Kurt Fuchs / Fraunhofer IISB

Fraunhofer IISB präsentiert eigenen E-Sportwagen

Ob das ein neuer Tesla wird? Das Erlanger Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementtechnologie hat ein eigenes E-Sportfahrzeug entwickelt.

Das Ziel ist erreicht, der Elektrosportwagen "IISB-ONE" vom Erlanger Fraunhofer Institut für Integrierte Systeme und Bauelementtechnologie darf auf die Straße: Nach umfangreichen Tests hat der elektrobetriebene Sportwagen die Straßenzulassung erhalten und bereits eine Testfahrt im Nürnberger Stadtverkehr gewagt.

Bis auf den Chassis der früheren Firma Artega sind alle Komponenten vom Energiespeicher über das fahrzeuginterne Energiemanagement bis hin zur hochintegrierten Antriebseinheit des E-Sportwagens vom Fraunhofer IISB selbst entwickelt. Seit über zehn Jahren entwickelt das Institut leistungselektronische Komponenten für batterie- und hybridelektrische Fahrzeuge. Das Portfolio umfasst elektrische Antriebssysteme, integrierte Umrichter und nicht isolierende DC/DC-Wandler sowie Ladegeräte und Batteriespeichersysteme.
 
So zeichnet sich etwa der im Fahrzeug installierte Traktionsantrieb durch zwei mechanisch unabhängige Einzelradantriebe mit integriertem Doppelumrichter und separater feldorientierter Regelung der beiden E-Maschinen aus. Damit sei eine freie Drehmomentverteilung auf beide Antriebsräder der Achse möglich. Insgesamt stehen pro Rad eine Antriebsleistung von 80 kW sowie ein Spitzendrehmoment von 2000 Nm zur Verfügung. Die Leistungselektronik ist in den Antrieb vollständig integriert und senkt damit sowohl den Platzbedarf als auch die Kosten. Zudem werden erstmals neuartige intelligente Umrichterbausteine genutzt, die viele konzeptionelle Schwächen heutiger Leistungsmodule beseitigen, so das IISB.

Herzstück der Energie-Bereitstellung ist ein auf Lithium-Ionen-Zellen basierendes Batteriesystem mit 355 V Nennspannung. Ein Gleichspannungswandler mit 3,5 kW ersetzt die klassische Lichtmaschine im Auto und versorgt das 12-V-Bordnetz berührsicher aus der Hochvolt-Batterie. Das System sei zudem offen für die künftige Einbindung eines weiteren Energiespeichers, egal ob es sich etwa um eine Zusatzbatterie oder eine Brennstoffzelle handle.

Das "Tanken" könne an jeder beliebigen Steckdose mit bis zu 3,7 kW erfolgen. Möglich seien sowohl kontaktlose als auch kabelgebundene Ladetechnologien: Über den integrierten Hochleistungs-Gleichspannungswandler wird zusätzlich eine DC-Schnellladefunktion an kostengünstigen, da ungeregelten Gleichspannungs-Ladestationen bereitgestellt. Doch damit nicht genug: Highlight sei ein induktives Ladesystem an der Fahrzeugfront, mit dem ein kontaktloses Laden mit bis zu 3,5 kW möglich ist. Das System zeichne sich durch einen hohen Ladewirkungsgrad von 97 %, geringe Kosten, hohe Positionstoleranz und einem Gewicht von nur 3 kg aus. (sg)